Mit fast 4000 Teilnehmer an den Jahreskursen und Workshops konnte die Kunstschule Labyrinth im Jahr 2018 aufwarten. „Das zeugt von unserer professionellen Struktur, die kommunal gestützt ist“, sagt der Leiter der interkommunalen Kunstschule, Jochen Raithel, die von den Städten Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen getragen ist. Fast 1000 Kurse und Workshops in einem riesigen Spektrum werden in Ludwigsburg in der Karlskaserne und in Bietigheim im Schloss für Kinder und Jugendliche ab vier Jahren angeboten.

Fast schon eine Tradition ist es, das jeweils neue Programm der Kunstschule bei den Festspieltagen in der Karlskaserne zu präsentieren, die am kommenden Wochenende stattfinden. Aus den Bereichen Tanz, Theater, Zirkus und Bildende Kunst werden die Angebote vorgestellt und zwar zum sofortigen Ausprobieren. Zudem zeugen Theater- und Zirkusaufführungen sowie Ausstellungen aus den Kursen von dem, was die Teilnehmer im vergangenen Jahr gemacht haben.

Unter professioneller Ausrichtung versteht man in der Kunstschule den Unterricht durch ausgebildete Künstler, Pädagogen und Theaterpädagogen und die fast schon akademische Aufgabenstellung, wie Heike Grüß, Leiterin des Fachbereichs Bildende Kunst, erklärt. Die Kunst-Kurse und -werkstätten sind in Altersstufen unterteilt, was eine fortlaufende Ausbildung ermöglicht. „Unsere Jugendateliers mit Patrizia Kränzlein sind immer voll ausgebucht“, so Grüß. „Neben freiem Arbeiten ist uns auch sehr wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen Aufgaben akademischer Art bewältigen können“, sagt sie. Gemeint sind damit Übungen in allen künstlerischen Stilen wie Malen, Zeichnen und Gestalten. „Wir haben eine große Anzahl an Absolventen, die hinterher Kunst studieren und durch uns eine sehr gute Ausbildung genossen haben“, so Grüß.

Neu im Bereich Bildende Kunst ist ab Herbst die Medienwerkstatt für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren. Hier sollen ganze Filme entstehen – mit Drehbuch, Filmmusik und der Darstellung. Weil die Kurzzeit-Workshops Nähen und Färben für Kinder ab acht Jahren so gut ankommen, machte man nun einen ganzen Jahreskurs „Näh- und Färbewerkstatt“ daraus. Neu ist auch der Kurs mit Künstler Edmund Pflanzer „Graphic Novel“. „Das kam bisher nur rudimentär im Comic-Kurs vor, nun machen wir daraus einen ganzen Jahreskurs“, sagt Grüß.

Auch im Tanztheaterbereich wird auf eine durchlaufende Ausbildung Wert gelegt, so der Fachbereichsleiter Rainer Kittel. „Es gibt viele Kinder, die bei uns mit vier Jahren einsteigen und bis zum Abitur bleiben“, sagt er. 40 Tanzgruppen werden angeboten, von Ballett kreativ über den kreativen Kindertanz, Hip-Hop oder Junior Dance. In den Theaterkursen werden im kommenden Jahr ganze Stücke wie „Der kleine Prinz“ eingeübt. „Das Theater ist unser stabilster Bereich, diese Kurse sind schnell ausgebucht“, sagt Kittel. Auch richtiges, professionelles Schauspieltraining  für 10- bis 13-Jährige und ab 14 Jahre bietet die Kunstschule an.

Zirkusbereich wächst

Ein stark wachsender Bereich, so Kittel, sei der Zirkus. Es gibt Gruppen für alle Zirkustechniken, die auch bei den Festspieltagen vorgestellt werden. Im Jahr 2020 wird das 25-jährige Bestehen des Kunstzentrums Karlskaserne gefeiert. Dazu wird ein Zirkusprogramm erarbeitet, für das ab Herbst und vor allem in allen Ferien Kurse stattfinden.

Neu im Programm ist der Korea Pop Style, ein Tanzstil, der bei Teeenagern momentan sehr gefragt ist. „Wir haben in diesem Semester einen Versuchsballon gestartet und wurden überrollt, deswegen bieten wir nun zwei Kurse an, die auch schon fast voll sind“, sagt Kittel. Besonders ist auch die Stage Time, in der drei Stunden Unterricht in drei verschiedenen Disziplinen angeboten werden: Gesang, Tanz und Schauspiel. „Das ist ein ganz intensives Training, in dem Aufführungsprojekte realisiert werden“, erklärt Kittel. In all diese Neuheiten, aber auch in schon bestehende Kurse, kann man bei den Festspieltagen hineinschnuppern. „2018 hatten wir insgesamt 2500 Besucher“, so Jochen Raithel.

Die Festspieltage der Kunstschule Labyrinth


Die Festspieltage mit Tanz, Theater, Zirkus und Bildender Kunst zum Anschauen und mitmachen finden am 13. und 14. Juli, 14 bis 18 Uhr, statt. Der Eintritt ist frei.

An beiden Tagen finden im Kasernenhof Kunstwerkstätten statt, außerdem gibt es ein Bühnenprogramm mit Theaterpremieren, Zirkuswerstätten, Hip-Hop. Das Theaterprojekt „Tintenherz“ wird am Samstag, 17 Uhr, zum ersten Mal aufgeführt, genauso wie am Sonntag, 16.15 Uhr, das Tanztheater „Wer bin ich und wer werde ich sein“.

Zudem gibt es bei den Festspieltagen das druckfrische Programm der Jahreskurse und Workshops. Man kann sich bei den Festspieltagen auch anmelden. Oder per Telefon unter (07141) 910 32 41. sz

www.kunstschule-labyrinth.de