In mehreren Schritten hat die Stadt Ludwigsburg ein Stadtentwicklungskonzept erarbeitet – unter Beteiligung der Bürger beispielsweise in Form von Zukunftskonferenzen. Diese politische Leitlinie ist der rote Faden, an dem das Handeln der Verwaltung dauerhaft ausgerichtet ist, aufgeteilt in elf Themenfelder, sogenannten Masterplänen, etwa Mobilität oder Lebendige Innenstadt. Da die Umsetzung der gesteckten Ziele oftmals langwierig ist, interessiert es den einen oder anderen Bürger, an welchem Punkt ein Projekt gerade steht und an was die städtischen Mitarbeiter gerade arbeiten.

Rat fasste Beschluss 2014

Um für ein wenig mehr Transparenz zu sorgen, hat der Gemeinderat 2014 beschlossen, ein Kommunales Steuerungs- und Informationssystem (KSIS) entwickeln zu lassen. Dieses System dient der Verwaltung intern, Themen vernetzt zu koordinieren. Einzelprojekte können im Zusammenhang gesehen und Auswirkungen auf andere Themenfelder frühzeitig erkannt werden. „KSIS ist deutschlandweit einzigartig. Es ist ein Pilotprojekt“, erklärt Niki Nadine Lang vom Referat Steuerungsunterstützung und Grundsatzthemen. Die Stadtmitarbeiterin ist der Kopf hinter dem Programm. 2016 war KSIS einsatzfähig, auch wenn immer noch hier und da nachjustiert wird.

Auch für Bürger ist das System schon länger einsehbar, allerdings bislang nur am Computer. Seit dem heutigen Samstag ist auch eine mobile Ansicht möglich. „Der Nutzungsbedarf ist natürlich anders bei Gemeinderäten, Verwaltungsmitarbeitern oder Bürgern“, erklärt Lang. Die Verwaltung kann auch die Namen der Kollegen sehen, die am Projekt arbeiten. „Das ist beim Bürger aus Datenschutzgründen ausgeblendet“, so Lang. Nun könnte der Eindruck entstehen, dass man einen vollständigen Ein- und Überblick in die Projekte der Stadt enthält. Tatsächlich sind aber weder Fotos von Bauprojekten oder Ähnlichem, noch Vorlagen verlinkt. Manche Projekte werden mit einem Text erklärt, bei anderen ist „nur“ der Status (erledigt/nicht erledigt/Daueraufgabe) sowie die grobe Lokalisierung nach Stadtteilen zu sehen. „Man kann der Verwaltung über die Schulter schauen, es ist aber schon ein gewisses Vorwissen nötig“, erklärt Stadtsprecher Clemens Flach. Otto Normalverbraucher schaue auf die Homepage, um sich zu informieren, ein politisch interessierter Bürger werfe einen Blick in die Vorlagen, die auch über die Homepage zu finden sind und KSIS visualisiere das Stadtentwicklungskonzept. „Es informiert nicht über jedes Projekt en detail“, erklärt Lang.

Die Nachfrage nach dem von der Stadt in Eigenregie entwickelten System sei riesig, so die Stadtmitarbeiterin. Bereits 30 Städte hätten ihr Interesse bekundet und Lang könne sich vorstellen, anderen Verwaltungen das Programm näher zu bringen. Das liege auch im Interesse der Stadt und der Rat habe es ausschließlich gewünscht, dass das Programm vermarktet wird. Aktuell habe Lang nicht genügend freie Kapazitäten, sich um eine Vermarktung zu kümmern, auch stecke das System noch in den Kinderschuhen. Für die Zukunft sei das aber angedacht. Verwaltungsintern arbeiten 480 von 2000 Mitarbeitern mit KSIS. Der Vorteil des Systems: Es sei interaktiv, konkret und immer aktuell.

Info Bürger können das Steuerungs- und Informationssystem seit dem heutigen Samstag auch mobil einsehen.

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