Ludwigsburg Kopfübungen in freier Natur

Brigitte Zeck (dritte von links) organisiert im Auftrag vom DRK ehrenamtlich Denkspaziergänge. Dank ihr lernen die Teilnehmer, wie sie ihr Gedächtnis trainieren können.
Brigitte Zeck (dritte von links) organisiert im Auftrag vom DRK ehrenamtlich Denkspaziergänge. Dank ihr lernen die Teilnehmer, wie sie ihr Gedächtnis trainieren können. © Foto: DRK Kreisverband Ludwigsburg
Ludwigsburg / Ifigenia Stogios 13.03.2018

Das Deutsche Rote Kreuz bietet in Ludwigsburg bereits zum vierten Mal Denkspaziergänge an. Seit letztem Jahr gibt es das Projekt im Kreis Ludwigsburg.  Doch was steckt dahinter? Wie das Wort schon verrät, sind es Spaziergänge, die das Denken und das Gedächtnis fördern. Zu der Zielgruppe gehören nicht etwa demenzkranke Menschen, sondern Leute ab 50, die ihr Kurzzeitgedächtnis in Schwung bringen möchten. Brigitte Zeck leitet solche Spaziergänge in Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen. Seit zehn Jahren bietet sie außerdem Gedächtnistraining in geschlossenen Räumen an. Anhand von Bewegung, Spielen und Übungen hilft sie den Teilnehmern, ihre geistliche Fitness zu fördern.

Viele Sinne im Einsatz

„Mit solchen Spaziergängen aktivieren die Teilnehmer zugleich Denken, Bewegung und Konzentration. „Außerdem arbeiten wir am Tast- und Geruchssinn“, sagt Zeck. Eine Übung funktioniert folgendermaßen: Die Spaziergänger nehmen Blätter in die Hand und legen sie auf dem Handrücken ihres Nachbars. Auch Ratespiele stehen auf dem Programm. „Jeder stellt sich hin, verrät einmal seine Lieblingspflanze.“ Dann wechseln sie die Plätze und müssen gegenseitig die Lieblingsblumen erraten. Eine weitere einfallsreiche Übung ist das Blätter-Sudoku. Statt Zahlen geht es hierbei um Blätter. Aufgabe der Teilnehmer ist es, ein Viereck zu bilden, das sowohl senkrecht als auch waagrecht aus denselben Blätterarten besteht.

Aber nicht nur Memotechniken sind gefragt. Das Gleichgewicht spielt ebenso eine wichtige Rolle. Deshalb gibt es auch hierzu Aufgaben. Mit geschlossenen Augen laufen die Teilnehmer aufeinander zu und geben sich die Hände. „Wenn jemand Gleichgewichtsprobleme hat, darf er natürlich auch zwischendurch blinzeln“, sagt Zeck und lächelt. „Die Übungen werden immer an die Teilnehmer angepasst, es besteht kein Leistungsstress.“

Über „Stammgäste“, die nach zehn Jahren weiterhin an ihrem Training teilnehmen, freut sich die Gedächtnistrainerin besonders. Das stelle sie jedoch vor eine Herausforderung: Immer wieder neue Übungen zu finden, die das Interesse wecken. Zeck sucht sich das Material für die Aufgaben vom Internet und Zeitschriften oder liest Bücher darüber. Die Gruppe hilft ihr oft bei der Umsetzung der Übungen und bringt Ideen mit ein.

Soziale Kontakte knüpfen

Zwar steht das Gedächtnistraining im Mittelpunkt, doch Ziel der Gruppe ist auch die Knüpfung sozialer Kontakte und die Freude an der Bewegung zu fördern. Laut Zeck entstehen viele Freundschaften unter den Teilnehmenden.

Schon allein sich für den Kurs vorzubereiten, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Treffpunkt zu fahren, sei für viele Teilnehmer eine Möglichkeit aus dem Alltag zu entfliehen.

Zeck ist seit zehn Jahren Gedächtnistrainerin. Sie war in der häuslichen Pflege tätig, hat einen Kurs als Krankenschwesterhelferin absolviert. Anschließend machte sie eine Ausbildung im Bereich Gesundheitsförderung und machte drei Weiterbildungen. Um Gedächtnistrainerin zu werden, legte sie erfolgreich eine schriftliche Prüfung ab.

„Der Umgang mit Menschen und das Ausknobeln von Aufgaben bereiten mir viel Freude. Es liegt mir am Herzen, etwas für ältere Menschen zu tun“, sagt sie.

Info Am Mittwoch lädt das DRK um 14.30 Uhr zum ersten Denkspaziergang des Jahres ein. Treffpunkt ist die Alt-Württemberg-Allee 41 in Ludwigsburg. Die Gebühr für zehn Einheiten beträgt 40 Euro. Die Teilnehmerzahl ist nicht begrenzt. Eine Anmeldung ist unter Telefon (07141) 12.12 25  möglich.

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