Um dem Ereignis der Geburt einen noch besseren Rahmen zu geben, wurde am Freitag auf 6000 Quadratmetern am Klinikum Ludwigsburg das Frauen-Kind-Zentrum eröffnet – nach mehr als zwei Jahren Bauzeit. Am Wochenende, beim Tag der offenen Tür, ging es dort zu wie im Ameisenstaat. Allein durch seine ovale Form ist das neue Gebäude am Eingang zum Krankenhaus-Areal ein Blickfang und ein Anziehungspunkt für viele Schwangere.

Neues Frauen-Kind-Zentrum

Am RKH Klinikum in Ludwigsburg ist ein neues Frauen-Kind-Zentrum entstanden, modern und mit vielen Raffinessen der neuesten Technik ausgerüstet. Es soll dafür sorgen, dass sich Frau vor, während und nach der Geburt im Wochenbett so wohlfühlt, wie es nur geht. Dazu gehört als erstes, dass Mutter und Kind komfortabel in unmittelbarer Nähe und nicht voneinander getrennt untergebracht sind. Patientinnen mit einem gynäkologischen Anliegen werden von hier aus ebenfalls betreut.

Allein optisch sticht das neue Frauen-Kind-Zentrum am Eingang zum Krankenhaus-Areal als Blickfang ins Auge. Zur ovalen Form kommt die räumliche Nähe der Kreißsäle zum neonatologischen Intensivbereich. Im Ganzen auf vier Ebenen sei ein Stab an Fachpersonal, Frauen- und Kinderärzte, Hebammen, Gesundheits-, (Kinder-)Krankenpflegerinnen und Servicekräfte vor Ort, um sich um die Bedürfnisse der Frauen und Neugeborenen zu kümmern. „Nur modernste Beatmungsgeräte zum Einsatz. Dies konnten wir dank einer äußerst großzügigen Spende der Sabine-Dörges-Stiftung realisieren“, sagte Landrat und Kliniken-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Rainer Haas bei der Eröffnung.

Viele Vorteile des Neubaus

Als Vorteile des neuen Baus nannte Haas die größere Kapazität, die Verbesserung der medizinischen Behandlung und die kurzen Wege auf der neonatologischen Intensivstation, mehr Unterbringungsmöglichkeiten für Wöchnerinnen im Kreißsaal und in den Ambulanzen, weniger Verlegungen von Neugeborenen von der Wöchnerinnenstation in die Kinderklinik und das besondere Ambiente der nach außen gerichteten, drei Meter hohen Zimmer für gynäkologische Patientinnen.

Das Sicherheitskonzept ist so angelegt, dass es spezielle Türschließungen je nach Zutrittsrechten gibt nur für Personal mit Videoüberwachung in den öffentlichen Bereichen, die vor unbefugten Zutritten schützt. Das neue Gebäude birgt auf Ebene 01 die neonatologische Intensivstation mit 33 Betten, auf Ebene 0 den Kreißsaal und die Ambulanzen, auf Ebene 1 die Wöchnerinnenstation mit 39 Betten und auf Ebene 2 die Station für gynäkologische Patientinnen, ebenfalls mit 39 Betten. Die Ausstattung der Frühgeborenen-Intensivstation mit modernsten Beatmungsgeräten hat die Sabine-Dörges-Stiftung mit einer Spende von 180 000 Euro unterstützt. Bereits im Jahr 2012 haben die Planungen für das Frauen-Kind-Zentrum begonnen, Baustart war im November 2014. Aber: Gynäkologische Operationen finden weiterhin im Haupthaus statt.

Investition: 30 Millionen

Nach Investitionen von knapp 30 Millionen Euro ist das Gebäude nun fertiggestellt. Am Samstag beim Tag der offenen Tür nehmen viele schwangere Frauen den neuen Bereich am Klinikum ins Visier. Im Erdgeschoss sieht man in die Kreißsäle, in den Kaiserschnitt-OP-Bereich, in die Wehenzimmer, die Überwachungszimmer, das Entspannungsbad und den Erstversorgungsraum.

Vor Ort erfahren Neugierige v vieles über die Hebammensprechstunde, die Frühen Hilfen und die RKH als Arbeitgeber. Der Verein Aufwind ist präsent beim Tag der offenen Tür macht bei einem Babymützenverkauf auf seine Arbeit aufmerksam, ebenso der Verein „Die Frühlinge“, der Gebäck und Kaffee verkauft. Vor dem Gebäude und vor der Kinderklinik können Neugierige einen Blick in den Baby-Notarztwagen werfen.

Im Untergeschoss gibt es die Stationen zu sehen, die ein Frühgeborenes auf seinem Weg bis zur Entlassung durchläuft. Im Frauen-Kind-Zentrum findet sich ein neonatologisches Intensivzimmer, ein Stillzimmer, ein pädiatrisches Intensivzimmer, ein Überwachungszimmer (Intermediatecare-Zimmer) und ein Eltern-Kind-Patientenzimmer.

Im Eingriffsraum führen die Kinderchirurgen immer wieder Show-OPs durch. Darüber hinaus gibt es eine Diabetesberatung. Die Elternbegleitung und die Klinikseelsorge stellen sich vor sowie die Zentralbereiche Infektionsprävention und Hygienemanagement. Die Klinik-Clowns der Stiftung „Humor hilft heilen“ bespaßen die kleinen Besucher. Außerdem gibt es eine Stillberatung für werdende Mamis im neuen Frauen- Kind-Zentrum, die von ausgebildeten Still- und Laktationsberatern am Tag der offenen Tür angeboten wird.

„Das neue Frauen-Kind-Zentrum wirkt vertrauenserweckend. Man hat das Gefühl, bei seiner Geburt in besten Händen zu sein“ lobt Greta Lackner aus Ludwigsburg nach ihrem Besuch dort und fügt leise hinzu: „Ich sehe das gleich, schließlich habe ich schon drei Kinder auf die Welt gebracht.“