Pflege Karlshöhe pflegt nun auch zu Hause

Mit sechs weißen Renault-Twingos sind Pflegedienstleitung Julia Blickle (Foto) und ihr Team seit Anfang des Jahres in Ludwigsburg und Freiberg im Einsatz. Den Schwerpunkt bilden Menschen mit einer Behinderung oder mit psychischen Erkrankungen.
Mit sechs weißen Renault-Twingos sind Pflegedienstleitung Julia Blickle (Foto) und ihr Team seit Anfang des Jahres in Ludwigsburg und Freiberg im Einsatz. Den Schwerpunkt bilden Menschen mit einer Behinderung oder mit psychischen Erkrankungen. © Foto: Werner Kuhnle
Kreis Ludwigsburg / Heidi Vogelhuber 15.01.2019

Seit dem 1. Juli letzten Jahres arbeitete Julia Blickle als Projektleiterin an einem neuen Angebot der Karlshöhe Ludwigsburg: Einem mobilen Dienst der Karlshöhe. „Bislang wurde die Pflege zu Hause von anderen übernommen“, sagt Blickle im Gespräch mit der BZ. Nun wolle die Karlshöhe selbst auch häusliche Pflege anbieten.

Als Schwerpunkt hat sich der neue mobile Dienst, der seit Anfang des Jahres mit drei weißen Renault-Twingos und sechs Mitarbeitern gestartet ist, Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen gesetzt. Aber auch Senioren oder Menschen, die häusliche Krankenpflege wegen eines Unfalls brauchen, werden versorgt. „Wir sind sechs ausgebildete Pflegefachkräfte in Teil- und Vollzeit, und sind in allen Ludwigsburger Stadtteilen sowie Freiberg im Einsatz“, sagt die Pflegedienstleiterin. Auf eine Stellenausschreibung, die Blickle veröffentlicht hatte, haben sich zehn Bewerber gemeldet, sagt sie. Das Team sei gemischt, Männer, Frauen, Ältere und Jüngere. Es seien alles neue und externe Mitarbeiter mit Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderungen und im Therapie-Bereich. „Es gibt eine gute Einarbeitung in den Bereichen der Karlshöhe vor Ort, die vom Fachpersonal durchgeführt wird“, sagt Blickle.

Der erste Einsatz erfolgte am 2. Januar. Inzwischen pflegt der mobile Dienst fünf Personen. Pflege heiße aber nicht nur Waschungen durchzuführen, sondern auch mit den bedürftigen Menschen spazieren oder einkaufen zu gehen oder Hilfe bei der Haushaltsführung zu bieten. „Der Pflegeumfang ist durch das Pflegestärkungsgesetz III stark erweitert worden“, erklärt die Fachfrau. Zusätzliche Serviceleistungen, die sich Blickle und ihr Team überlegt haben, gehen über die körperliche Pflege hinaus: „Wir möchten auch ‚Wohlfühl-Angebote’ bieten. Wenn etwa ein junger Mensch es immer gewohnt war, sich die Nägel zu lackieren, warum sollte er durch seine Pflegebedürftigkeit darauf verzichten müssen?“, erklärt Blickle. Auch einen telefonischen Weckruf oder einen Anruf am Abend, wenn der Patient abends keinen mehr sehen möchte, seien kein Problem und Teil des Pflegeangebots. Die zu Pflegenden wohnen in einer eigenen Wohnung, in Wohngemeinschaften oder auch im betreuten Wohnen, berichtet die Team-Leiterin.

„Die meisten pflegebedürftigen Menschen in Deutschland leben zu Hause. Die Nachfrage ist einfach größer als das Angebot“, erklärt Blickle. Deshalb habe man den mobilen Dienst der Karlshöhe ins Leben gerufen. Auch dieser sei, wie auch die Diakonie- und Sozialstation Ludwigsburg, im Diakonischen Werk Württemberg. Die Diakonie- und Sozialstation unterstütze den noch jungen Dienst auch in der Anfangszeit. Man habe ein freundschaftliches Verhältnis, und verweise auch aufeinander.

Kurze Wege, gutes Netzwerk

Der Dachverband der Diakonie sorge für eine gute Qualität der Pflege und auch eine tarifliche Bezahlung der Mitarbeiter, sagt Blickle im Gespräch mit der BZ. „Wir versprechen uns durch den eigenen mobilen Dienst eine gute Kommunikation, kurze Wege und ein gutes Netzwerk“, sagt die Pflegedienstleitung. Sie sehe es als Erleichterung, wenn alles aus einer Hand komme. Auf diesem Weg sei eine gute Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften und etwa den Sozialpädagogen der Karlshöhe gegeben.

Julia Blickles Wunsch für die nähere Zukunft ist, dass der mobile Dienst auf der Karlshöhe, aber auch im Stadtgebiet gut ankommt, gut angenommen wird, und lange Zeit angeboten werden kann.

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