Eigentlich hätte der Jugendtag 2013 in der Landeshauptstadt stattfinden sollen. Aber Stuttgart hatte dankend abgelehnt, weil die Vorbereitungen zur diesjährigen zentralen Feier zum "Tag der deutschen Einheit" bereits ins entscheidende Stadium getreten waren. Aus der Not machten die Veranstalter eine Tugend und wichen ins nahe Ludwigsburg aus, wo sie auch "mit offenen Armen empfangen" wurden, wie der EJW-Vorsitzender Andreas Lämmle versicherte. Und: Die Barockstadt verfügt nicht nur über eine geeignete Infrastruktur, sondern darüber hinaus auch über eine ganze Reihe ansprechender Sehenswürdigkeiten.

Der "außergewöhnliche, jugendbewegte Sonntag" erfreute denn auch das Herz des Ersten Bürgermeisters Konrad Seigfried, der um die Mittagszeit in die MHP-Arena geeilt war, die zum Zentrum dieses Jugendtages erkoren worden war. Denn dort gab es nicht nur die Tagungsunterlagen und Eintrittsbändel, sondern auch die Eröffnung mit Gesang, Gebet und Musik sowie jede Menge Mitmachaktionen.

Und von dort schwärmten auch die Jugendlichen aus, wenn sie eines der zehn Diskussionsforen besuchen wollten, die im Schul- oder im Kulturzentrum, in der Christus- oder in der Friedenskirche stattfanden. Die Themen waren naturgemäß jugendkonform: Beispielsweise "Ziemlich beste Freunde" über die Sinnhaftigkeit des sozialen Netzwerks Facebook, "Schläfst Du, Gott?" über die Leiden auf dieser Welt, "Liebes-Lust" über sexuelle Probleme oder zum Film "Hallo Jule" von Bernd Umbreit (Großbottwar) über Suizidgefährdung.

Einer der Höhepunkte des Jugendtags war die Verleihung der "Mach-Mit-Awards", also des mit insgesamt 7.000 Euro dotierten Jugenddiakoniepreises für soziales Engagements in der "Arena". Eine prominent besetzte Jury hatte von 19 Bewerbungen acht in die engere Wahl gezogen.

Sieger in der Altersgruppe 13 bis 17 Jahre wurden Schüler der Gustav-Werner-Schule in Heilbronn, die ehrenamtlich jeden Mittwochnachmittag das Café Seniorengarten am Wartberg für ältere Menschen betreiben. In der Altersgruppe von 18 bis 27 Jahren schoss den Vogel das T-Shirt-Label "Wahnsinn" aus Reutlingen ab. Designt und bedruckt werden die T-Shirts dort im Bruderhaus Diakonie von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Daneben gab es noch zweite und dritte Preise sowie zwei Sonderpreise.

Alle Preisträger wurden von Heike Baehrens, der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des Diakonischen Werks Württemberg, vorgestellt und gewürdigt. Sie sprach die Hoffnung aus, dass zur nächsten Preisverleihung 2014 noch mehr sozial engagierte Gruppen angemeldet werden.