Die MHP-Arena in Ludwigsburg ist gut besucht. Noch ist es hell im Saal. Pünktlich um 20 Uhr gehen alle Lichter aus. Es ist dunkel, nur auf der Bühne leuchtet ein schwaches Licht. Im leichten Schein sind zahlreiche Personen zu erkennen, die gerade durch zwei Seitentüren die Bühne betreten. Als die Bühnenscheinwerfer mit grünem und blauem Licht aufleuchten, die Band, den großen Chor im Hintergrund und die elf Solisten im Vordergrund zu erkennen geben, spendet das Publikum tosenden Beifall.

Stimmungsvolles Arrangement

Mit seiner neuen musikalischen Bühnenshow „Messiah – The Musical“ machte der Oslo Gospel Choir am Samstag auch in Ludwigsburg Halt. Mit stimmungsvollen Songs, teils heiteren Ohrwürmern, teils nachdenklichen Balladen, erzählte der Chor aus Norwegen das Leben Jesu auf Erden. Die Show beinhaltete seine Taten, seine Wunder, seine Worte, seinen Lebensweg. Stimmungsvolle, farbige Lichter verliehen der Szenerie auf der Bühne eine traumhafte Atmosphäre. Zwischen den Songs erzählte eine männliche Stimme und führte mit biblischen Zitaten durch den Abend. Die Erzählungen wurden in deutscher, der Gesang in englischer Sprache präsentiert.

Ende der 1980er-Jahre gründete der Norweger und auch heutiger Leiter Tore Aas den Oslo Gospel Choir. Begleitet von Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard, inter-pretieren die Sänger teils mehrstimmig, teils als Solisten sowohl von Aas komponierte Stücke als auch traditionelle, US-amerikanische Gospellieder. Mit modernen Melodien und Texten hat der Chor es sich zum Ziel gesetzt, die christliche Botschaft zu verbreiten. Das Besondere an dem derzeitigen Projekt „Messiah“ ist der Projektchor im Hintergrund. Rund 200 Musikbegeisterte haben sich angemeldet, um Teil der großen Bühnenshow sein zu können. In vier Hauptproben wurden die Stücke zusammen einstudiert. Das Mitmachprojekt bot Fans des Oslo Gospel Choir die Möglichkeit gemeinsam mit den Profisängern für zwei Termine auf einer Bühne zu stehen.

Das Konzert in der MHP Arena eröffnet mit mehrstimmigem Gesang, oder eher einem Summen. Die Stimmung ist hoffnungsvoll, denn die Erzählung beginnt mit der Ankündigung von Jesu Geburt. Alle Sänger, auch der Chor, sind komplett in schwarz gekleidet. Die Choreografie, ein dezentes Hin- und Herschwanken lenkt keineswegs vom Gesang ab. Die sieben Solistinnen und vier Solisten bilden das Grundgerüst des Gesanges. Nacheinander geben sie sowohl einzeln als auch gemeinsam ihr musikalisches Talent zum Besten.

Nur wenige Termine

Mit nur zwei Terminen in Deutschland ist der Chor für diese Tour noch in Holland und Norwegen unterwegs. Bisher haben die Musiker rund 1000 Konzerte gegeben. In den 1990ern galt der Chor sogar als „Bestselling Norwegian artist“ mit über 1,5 Millionen verkauften Platten.

Ein Mann, komplett in weiß gekleidet, betritt die Bühne. Er ist barfuß und hebt sich mit seinem hellen Gewand stark von den restlichen Sängern ab. In der erzählten Geschichte stellt er Jesus dar. Er beginnt mit einem Solo, „I am the good Sheppard“, „ich bin der gute Hirte“ aus dem Johannesevangelium. Die Stimmung ist ruhig, das Publikum genießt die Musik. Nach einer weiteren Erzählsequenz tritt der nächste Solist vor und singt einen schnelleren Gute-Laune-Titel, „Don’t worry, be happy“, zu Deutsch „Sorge dich nicht, sei glücklich“. Der Song präsentiert das Gleichnis vom verlorenen Sohn, nach dem Lukasevangelium von Jesus erzählt. Das Leben Jesu, seine Taten, seine Wunder sind Inhalt der weiteren Show, wo er unter anderem als „The Miracle Man“, der Wundermann, bezeichnet wird. Die Geschichte endet mit Jesu Kreuzigung und seiner Auferstehung. Das Publikum spendet nach jedem Song tosenden Applaus, die Begeisterung ist deutlich zu spüren.