Monrepos Jeep-Fahrer verwüstet Golfplatz

Ludwigsburg / Heike Rommel 22.06.2018

Auf der Suche nach einem abgelegenen Plätzchen für ein Schäferstündchen ist ein 35-Jähriger mit seinem Jeep nicht nur auf dem Golfplatz Monrepos gelandet, sondern auch vor dem Ludwigsburger Amtsgericht. Dieses hat den Mann zu fünf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Er muss 50 Stunden gemeinnützig arbeiten. Weil der Jeep-Fahrer obendrein ohne Führerschein unterwegs war, setzte es ein Jahr und sechs Monate Sperre für die Fahrerlaubnis.

Mit dem Jeep auf den Rasen

Der 35-Jährige aus Asperg schrieb am 10. Juni letzten Jahres einer 42-Jährigen aus Sersheim, mit der er einmal eine längere Beziehung hatte: „Hast du Lust auf einen Milkshake?“. Sie hatte. Also holte er die Frau nachts gegen ein Uhr in Sersheim ab. Die beiden fuhren zunächst nach Ludwigsburg und dann über Tamm zum Golfplatz Monrepos. Dort beschädigte der Angeklagte mit seinem Jeep den bereits für ein Turnier gepflegten Rasen und die Sandbunker. Den Schaden bezifferte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft auf 5000 Euro.

Abgelegenes Plätzchen

„Mein Mandant hat ein abgelegenes Plätzchen gesucht und es war ihm nicht bewusst, dass dort ein Golfplatz ist“, sagte der Verteidiger des Angeklagten zu den Tatvorwürfen. „Er kam mit dem Fahrzeug nicht mehr heraus. Es war dunkel. Er wollte nichts mutwillig beschädigen.“ Nach der Zeugenaussage seiner Beifahrerin hörte sich das ganz anders an.

Die 42-jährige Hausfrau schilderte, der Angeklagte sei über eine Kuppe gefahren und schon hätte der Jeep auf dem Golfplatz Monrepos gestanden.  Der Platz sei an Stangen und Fähnchen als Golfplatz erkennbar gewesen. Eine Stange hätte der Angeklagte mit seinem Fahrzeug sogar mitgenommen. Am Ende sei er mit dem Jeep im Graben gelandet und hätte einen Kumpel zu Hilfe gerufen, der ihn gegen 4 Uhr morgens aus dem Rasen gezogen hätte.

Schon mehrmals vorbestraft

Am nächsten Tag wurde die Polizei von einem Golf-Manager darüber verständigt, dass der Platz beschädigt worden sei. Die Polizei stellte Reifenspuren in einem Radius von 30 bis 40 Metern und zwei beschädigte Sandbunker fest. Der Angeklagte, so stellte sich bei der Gerichtsverhandlung in Stuttgart heraus, war schon zehn Mal vorbestraft, davon drei Mal einschlägig wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Hafterfahrung brachte er auch schon mit. Zu seiner Motivation erklärte der Mann, er habe seine Beifahrerin in jener Nacht „beeindrucken wollen“.

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