Führungen Im Schloss geht es nur ums Essen

Ludwigsburg / bz 18.05.2018

An Pfingsten gibt es vielfältige Angebote im Schloss Ludwigsburg: Das Führungsteam spannt den Bogen vom Besuch am sorglos glänzenden Fürstenhof des Herzogs Carl Eugen bis zur Maikäfersuppe aus Not- und Hungerjahren. Außerdem gibt’s für Kinder noch freie Plätze im „Kinderreich“ am Samstag, Sonntag und Montag. Dies teilt die Schlossverwaltung mit.

 „Von Tisch und Tafel“, das Motto des Themenjahres der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, zieht sich durch bei den Führungen an diesem Wochenende: Gleich am Freitag kann man die geheime Küchenlogistik erleben, verborgen in versteckten Gängen und Höfen: „Vom Keller auf den Teller“ steht am Freitag, 27. April, um 17 Uhr auf dem Programm. Der Ausflug endet bei Eintopf und Wein im tiefen Fasskeller. Den Keller erreicht man über die ausgetretenen steilen Steinstufen, über die schon seit dem 18. Jahrhunderts die Fässer transportiert wurden.

Bei Hungersnöten

Am Sonntag geht es einmal nicht um den Glanz der Schlossküche, sondern um Hungersnöte im Königreich Württemberg: Claus Bittner erzählt am 20. Mai um 11 Uhr davon, wie die Notzeiten am Beginn des 19. Jahrhunderts eine Modernisierung der Landwirtschaft auslösten. Die Württemberger litten damals große Not – und erlebten zugleich das junge Königspaar Wilhelm I. und Katharina, die die Not linderten und das Land entwickelten. Beim Rundgang hört man von der „Maikäfersuppe“, einem durchaus verbreiteten Gericht – samt Rezept. Schon um 12.30 Uhr am gleichen Tag erzählt die „Königliche Hofdame Emilia von Seckendorff“ von der „Tafelkultur am württembergischen Hof“ und zugleich vom größten Ereignis aus dem Jahr 1805. Damals hatte der französische Kaiser Napoleon seinen Besuch angekündigt.

Am Samstagnachmittag um 16 Uhr entführt „Freifrau von Schwarzenfels“ in die sorglosen Zeiten unter Herzog Carl Eugen in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie zeigt das kostbar ausgestattete private Appartement des Herzogs, das damals allein dem innersten Kreis der Vertrauten offenstand. „Jagdlust und Büchsenknall“ heißt es am Montag, 21. Mai, um 11 Uhr. Der „königliche Förster“ lässt beide Seiten der fürstlichen Jagd sichtbar werden: die glänzenden Jagdfeste des Hofes und die harten Frondienste des Volkes für das königliche Vergnügen. Zum Abschluss lädt er sein historisches Gewehr und entlässt die Gäste mit Knall und Pulverdampf.

 Info Für alle Sonderführungen ist eine telefonische Anmeldung unter Telefon (071 41) 18 64 00 erforderlich.