Ludwigsburg Im Rennen um den Studenten-Oscar

Ludwigsburg / GABRIELE SZCZEGULSKI 04.08.2016
Der an der Filmakademie Baden-Württemberg entstandene Film „Eye for an Eye“ gehört zu den drei Finalisten bei den internationalen Studenten-Oscars.

Der an der Filmakademie Baden-Württemberg entstandene Film „Eye for an Eye“ gehört in der Kategorie „Foreign Animation“ zu den drei Finalisten bei den internationalen Studenten-Oscars der Academy of Motion Pictures, Arts and Sciences. Er stammt aus der Feder der Studierenden Louise Peter, Steve Bache und Mahyar Goudarzi.

Damit hat es bereits zum zwölften Mal in den 25 Jahren des Bestehens der Ludwigsburger Filmhochschule eine studentische Produktion in die letzte Runde des weltweit bedeutendsten Nachwuchswettbewerbs geschafft. Der knapp fünfminütige Animationsfilm entstand im ersten Studienjahr im Fach Filmgestaltung 1 unter Prof. Jochen Kuhn und konkurriert mit einem weiteren Beitrag aus Deutschland sowie einem Beitrag aus China um die prestigeträchtige Trophäe.

Die Filmgestaltung 1 ist Teil des Grundstudiums im ersten Jahr an der Filmakademie Baden-Württemberg. Diesen Kurs durchlaufen fast alle Studierenden, egal für welchen Studienschwerpunkt sie eingeschrieben sind. So ist Louise Peter für Drehbuch, Steve Bache für Szenischer Film und Mahyar Goudarzi für Dokumentarfilm immatrikuliert. Gemeinsam mit ihrem Team – Fynn Große-Bley und Eddy Hohf vom Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion sowie Dhara Mahajan, Evghenii Merher, Andreas Pfeiffer und Lea Najjar – haben sie in nur einem Quartal „Eye for an Eye“ geschaffen, einen Film über Frederick Baer, der seit über zehn Jahren im Indiana State Prison sitzt und auf die Vollstreckung seines Todesurteils wartet.

In einem Interview erzählt der verurteilte Mörder von seiner Tat und gibt Einblicke in sein Leben hinter den Gefängnismauern, über dem ständig das Damoklesschwert der Todesstrafe schwebt.

Mit dem Verfahren der Rotoskopie haben die Studierenden das Filmmaterial grafisch verfremdet, das heißt, in Bilderfolgen zerlegt und manuell nachgezeichnet und abfotografiert. So entsteht ein Zeichentrick-Effekt, der dem dokumentarischen Interview eine neue Dimension verleiht.

Die Filmgestaltung 1 wird seit den ersten Tagen der Filmakademie Baden-Württemberg von dem Künstler und Dozenten Prof. Jochen Kuhn geleitet.  Bereits zum 43. Mal verleiht die Academy of Motion Pictures, Arts and Sciences die Studenten-Oscars an den filmischen Nachwuchs. In diesem Jahr konnte die Academy einen Einreichungsrekord erzielen und erhielt 1749 Einsendungen aus den USA und der ganzen Welt.  Während es für Einreichungen außerhalb der USA bislang nur die eine Kategorie Foreign Film gab, wurden die Möglichkeiten für den weltweiten Filmnachwuchs in diesem Jahr erstmals erweitert: Die Studierenden konnten in den Unterkategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und Animationsfilm einreichen.

 Ob der Beitrag der Filmakademie den Studenten-Oscar tatsächlich gewinnen wird, entscheidet sich Ende August. Im Erfolgsfall wird der Gewinner dann am 22. September in Beverly Hills während der feierlichen Verleihungszeremonie den „Honorary Foreign Film Award“ entgegennehmen und die Gelegenheit bekommen, anschließend eine Woche lang die Filmmetropole Los Angeles kennenzulernen.

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