Markgröningen / bz

Der Zuffenhausener Automobilhersteller Porsche möchte sich in Schwieberdingen auf einer rund 15 Hektar großen Fläche mit der Produktion seines neuen Elektro-Fahrzeugmodells ansiedeln, das noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll.

Möglich ist dieses Vorhaben, da der Verband Region Stuttgart Schwieberdingen einen regionalen Gewerbeschwerpunkt von 23 Hektar zugestanden haben, der jedoch interkommunal in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden entwickelt werden soll.

„Es gibt bei der Stadt viele Anfragen von Firmen. Die kleineren Betriebe wollen wir in neuen eigenen Gewerbegebieten bedienen, aber die größeren Ansiedlungswünsche können wir nur in einem interkommunalen Gewerbegebiet verwirklichen“, erklärt Bürgermeister Rudolf Kürner auf Anfrage der BZ.

Bürgerentscheid am 14. Juli

Möglicher Standort des interkommunalen Gewerbegebiets könnten die landwirtschaftlichen Flächen zwischen dem Standort des Automobilzulieferers Bosch und der Schnellbahntrasse Stuttgart-Mannheim sein. Die Gemeinderäte von Schwieberdingen haben beschlossen, am 14. Juli einen Bürgerentscheid abzuhalten, bei dem die Bürger für oder gegen eine Gewerbeentwicklung in dieser Größenordnung an diesem Standort abstimmen können.

Sollten die Schwieberdinger das Gewerbegebiet in Nachbarschaft der Stadt Markgröningen befürworten, will man in  der Schäferlaufstadt gerne daran im Rahmen eines Zweckverbands beteiligt werden.

„Wir wären auch an der Mitwirkung in einem interkommunalen Gewerbegebiet an einem anderen Standort in Schwieberdingen interessiert. Wir warten jetzt erst einmal das Ergebnis des Bürgerentscheids in Schwieberdingen ab und werden anschließend in weitere Verhandlungen mit der Nachbargemeinde gehen“, betont Markgröningens Bürgermeister Kürner.

Die Vertreter der Schäferlaufstadt befürchten auch Verkehrsauswirkungen auf ihre Stadt, wenn die Porsche AG in Schwieberdingen ein neues Werk errichtet, denn Markgröningen läge in diesem Fall genau zwischen der Niederlassung des Automobilherstellers im Gewerbepark „Eichwald“ und dem neuen Betrieb in Schwieberdingen, in dem 700 bis 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. „In Schwieberdingen ist von bis zu 50 Lkw pro Stunde die Rede. Dies hätte auch Auswirkungen auf unsere Stadt. Wir möchten nicht nur die Nachteile eines solchen Gewerbegebiets haben, sondern wir wollen gerne auch an den Vorteilen beteiligt werden“, macht Kürner deutlich. Er hofft, in diesem interkommunalen Gewerbegebiet die Anfragen großer namhafter Firmen, welche die Stadt immer wieder erreichen, endlich mit passenden Angeboten beantworten zu können. „Für die kleineren Unternehmen wollen wir im Rahmen des Flächennutzungsplans eigene Gewerbegebiete entwickeln, aber für die großen Ansiedlungswünsche können wir dies nicht“, so Kürner. Er wartet jetzt gespannt, auf den Ausgang des Bürgerentscheids in Schwieberdingen.