Ludwigsburg Hin und weg von Ludwigsburg

Markward Wittmann studiert Kulturmanagement und half die Ausstellung „Hin und weg“ im MIK aufzubauen.
Markward Wittmann studiert Kulturmanagement und half die Ausstellung „Hin und weg“ im MIK aufzubauen. © Foto: Susanne Walter
Von Susanne Yvette Walter 28.08.2018

Warum ist Ludwigsburg als Wohnort so beliebt? Eine mögliche Antwort: Die Barockstadt kann auf attraktive Kulturangebote zurückgreifen. Etablierte Arbeitgeber sind nicht weit entfernt. Zum Stadtjubiläum befassten sich nun Architekten mit dem Thema „Raumpioniere – Wohnen auf kleinstem Raum“, weil in dieser Stadt das Bevölkerungswachstum extrem hoch ist. Ihre Exponate sind Teil der Ausstellung „Hin und weg“, die Wohn- und Lebensräume in Ludwigsburg aus der Sicht der Bewohner sieht. Die Ausstellung hat noch bis 16. September ihre Türen geöffnet.

Die aktuelle Ausstellung im Ludwigsburg Museum befasst sich mit Entscheidungen die Ludwigsburger im Bezug auf ihre Wohn- und Lebenssituation treffen. Was treibt sie zum Beispiel nach Ludwigsburg? Wie empfinden sie das Zusammenleben mit den Nachbarn? Was halten sie von der guten alten Kehrwoche? Welche Orte sind ihnen besonders wichtig und wen treffen sie bei ihren täglichen Gängen durch die Stadt? Um das herauszufinden, lädt das Ludwigsburg Museum bis 16. September zur Mitmachausstellung „Hin und Weg“ ein. Alle Antworten werden von der Stadtverwaltung ausgewertet. Zusätzlich geht es noch darum, wie öffentliche Räume wahrgenommen werden. Am Samstagvormittag gab es eine Führung durch die Ausstellung mit Kuratorin Elisabeth Meier und Kulturmanagement-Student Markward Wittmann.

Alles, was den Bürgern gefällt

Hintergrund der Ausstellung: „Nicht die Stadtverwaltung sagt von oben immer, wie, was gemacht wird. Die Ausstellung ist der Versuch, herauszufinden was den Bürgern wirklich gefällt oder missfällt. Finden sie zum Beispiel das BlüBa spannender als den Favoritepark?“, beschreibt Markward Wittmann das Konzept. Regelmäßige Führungen gibt es, um das zu erklären, was sich anhand der Beschriftung noch nicht von selbst erklärt.

Ein zentraler Aspekt der Ausstellung ist auch, neue Wohnkonzeptionen vorzustellen. Deshalb werden die Besucher gefragt, wie groß ihr Zuhause ist. Vor dem Museum an der Kreuzung auf der Verkehrsinsel ist zur Zeit in Modellform eines der Miniaturhäuser zu sehen, das zum minimalistischen Wohnen der Zukunft einladen will.

Ein Frageblock befasst sich mit der Nachbarschaft und dem anonymen Verhältnis. Viele Besucher der Ausstellung haben dazu ihre Meinung auf Zettel geschrieben, die auf der Pinnwand jeder lesen kann. „Ich mag es, wenn ihr Musik macht“, steht auf einem. Auf einem anderen steht: „Hallo Hausmeister. Es ist nett, dich im Haus zu haben“, aber auch negative Erfahrungen sind hier gepinnt.

Eine Sammlung von Gegenständen, die an zu Hause erinnern, wecken Assoziationen zum Beispiel die Süßigkeitendose, die Badeente oder gar das schmucke Sofa aus dem Nachlass von Eduard Mörike. Der Ludwigsburger Fotograf Reiner Pfisterer hat Ludwigsburger Wohnzimmer fotografiert. Im Hintergrund zum jeweiligen Wohnzimmer ist die Musik zu hören, die die Bewohner am meisten lieben. Eine Sammlung von Kehrwochenschilder, die zum Teil kunstvoll geschmückt sind, wirft die Frage nach der Bedeutung der Kehrwoche auf. Weiter fragt die Ausstellung ab, wie die Ludwigsburger ihr Marstall Center sehen.

Mit dieser Ausstellung versucht sich die Stadtverwaltung einen Eindruck zu verschaffen, wie die Bevölkerung die Stadt wahrnimmt vor dem Hintergrund des starken Bevölkerungswachstums. Entwürfe zum Thema minimalistisches Wohnen sollen den Blick der Besucher öffnen für alternative Wohnformen in diesem Kontext, denn schließlich gilt Ludwigsburg heute als einer der gesuchtesten Wohnstandorte in der Region Stuttgart.

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