Konzert Heiße Rhythmen, die anstecken

Mayra Andrade sorgte am Samstagabend im Ludwigsburger Forum mit karibischen und afrikanischen Klängen für viel Stimmung bei den Zuhörern.
Mayra Andrade sorgte am Samstagabend im Ludwigsburger Forum mit karibischen und afrikanischen Klängen für viel Stimmung bei den Zuhörern. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / Dietmar Bastian 07.01.2019

Die Stimmung im Forum wurde immer aufgeheizter und ausgelassener, als die international bekannte und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Mayra Andrade mit ihrer vierköpfigen Begleitband ihr Programm „Lovely Difficult“ am Samstagabend zum Besten gab.

Die Songfolge aus Pop, Reggae, Chanson, Bossa und Latin mit einer überaus nuancierten Soundpalette brachte Andrades erfrischend natürliche Stimme, an der man sich schwerlich satthören kann, perfekt zur Geltung. Die Lieder sind ein einzigartiges Crossover aus bunten, tanzenden Farben, samtweichen Beats und eingängigen Melodien, gesungen in kapverdischem Kreol, in Portugiesisch, Englisch oder Französisch. So exotisch kann europäische Popmusik sein. Dazu die suggestive Rhythmik, die schnell Bewegung in den Konzertsaal brachte. Nach dem ersten Song sangen und tanzten ein paar, später immer mehr.

Mayra und ihre vier Jungs an Keyboards, Bass, Gitarre und Schlagzeug begeisterten die – leider nur etwa 200 – Konzertbesucher durch ihre Wärme und musikalische Vielfalt, Eigenwilligkeit und Individualität. Stilistische und sprachliche Grenzen überwindet Andrade mit spielerischer Leichtigkeit, viel Charme und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz. Uneingeschränkte Begeisterung beim Ludwigsburger Publikum herrschte daher am vergangenen Samstagabend.

Mayra Andrade wurde 1985 in Kuba geboren, verbrachte ihre Kindheit auf den kapverdischen Inseln vor der Westküste Afrikas, der Heimat ihrer Eltern, bevor sie im Senegal, in Angola und danach in Deutschland lebte. Aktuell wohnt sie in Paris. Bunt wie ihr geografischer Lebensradius, sind auch die musikalischen Inspirationen und die Einflüsse aus unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Lebensstilen, die sie in ihrer Musik aufnimmt.

Begonnen hatte alles 2001, als sie in Kanada beim Wettbewerb „Jeux de la Francophonie“ eine Goldmedaille gewann. 2006 legte Mayra ihr erstes Album „Navega“ vor, eine Sammlung von Liedern in der Tradition der Kapverden, sie mischte diese aber schon damals mit Latin- und Jazzelementen und dem portugiesischen Fado. Die Studioproduktion gewann den Preis der deutschen Schallplattenkritik und den „Award for World Music“ der BBC. Auch das Album „Storia, Storia“ (2009), auf dem sie mit Musikern und Klängen aus Brasilien, Portugal und Westafrika ihre Stilsuche weiterbetreibt, wurde mit Preisen ausgezeichnet.

Neues Album in diesem Jahr

Für 2019, fünf Jahre nach „Lovely Difficult“, ist das neue Album „Manga“ angekündigt, in dem Mayra neue „Töne und Klänge“ bringen will, wie es auf der Website heißt.  Beim Konzert am Samstagabend wurde deutlich, dass Andrade sich nicht eingrenzen lässt. Auch nicht vergleichen, weder mit der zu ihrer Zeit weltweit gefeierten kapverdischen Sängerin Cesaria Evora, noch mit Mariza, der aktuell profiliertesten Fadosängerin überhaupt. Am ehesten vielleicht noch mit Angelique Kidjo, der prominenten beninisch-französischen Popdiva. Nein, Mayra Andrades starker afrikanischer Hintergrund, ihr unstillbarer Hunger nach neuen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten und die intensive Zusammenarbeit mit Instrumentalisten aus der ganzen Welt, machen sie in gewisser Hinsicht zu einem Unikat in der Weltmusikszene.

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