Tamm Haushalt entwickelt sich erfreulich

Tamm / Michaela Glemser 10.10.2018

Die Erleichterung war den Tammer Gemeinderäten in ihrer Sitzung am Montagabend anzusehen. Der Finanzzwischenbericht von Kämmerin Franziska Wunschik fiel sehr erfreulich aus. „Aufgrund der allgemein guten Wirtschaftslage und wegen zwei Gewerbesteuer-Nachzahlungen aus dem Jahr 2016 ist das Finanzergebnis des Gemeindehaushalts derzeit und wohl auch zum Jahresende viel besser als erwartet“, erklärte die Tammer Finanzchefin.

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer hatten Ende Juni dieses Jahres bereits einen Stand von rund 15,9 Millionen Euro erreicht. Der Planansatz für 2018 lag bei lediglich 12,7 Millionen Euro.

„Wir sollten aber nicht zu euphorisch werden, denn in diesem Maße werden sich die Einnahmen aus der Gewerbesteuer bis zum Jahresende nicht mehr erhöhen. Das ordentliche Ergebnis des Etats sollte 2,3 Millionen Euro betragen und hatte Ende Juni schon einen Stand von 9,4 Millionen Euro erreicht. Wir gehen bis zum Jahresende noch von einem planmäßigen Verlauf des Etats aus“, machte Franziska Wunschik deutlich.

Im Zusammenhang mit den gestiegenen Einnahmen aus der Gewerbesteuer erhöht sich auch die entsprechende Umlage um rund 547 000 Euro. Alle anderen Umlagezahlungen entwickeln sich bisher so, wie im Etatplan prognostiziert. Auch bei den Personalkosten, die für das Jahr 2018 mit 11,5 Millionen Euro veranschlagt wurden und Ende Juni bei 5,3 Millionen Euro lagen, soll es zu keinen Überschreitungen kommen. Bei den Bauinvestitionen im Finanzhaushalt 2018 ist die Tammer Kämmerin optimistisch, dass in diesem Haushaltsjahr die zur Verfügung stehenden Mittel zwar abgerufen, aber nicht erhöht werden müssen. Bisher wurden Finanzmittel in Höhe von 2,14 Millionen Euro investiert, weitere 3,8 Millionen Euro stehen noch zur Verfügung. 1,1 Millionen Euro werden unter anderem für den Neubau der Mensa, 873 341 Euro für den Bau einer Asylunterkunft, 45 237 Euro für die Umgestaltung des Friedhofs und 33 238 Euro für die Umgestaltung der Ganztagsschule auf der Hohenstange aufgewendet. Der Schuldenstand der kommunalen Finanzen soll sich Ende des Jahres 2018 von 5,3 auf 5,1 Millionen Euro reduziert haben. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 402 Euro. Werden auch noch die Schulden der Eigenbetriebe der Gemeinde berücksichtigt, erhöht sich der Wert auf insgesamt 21,9 Millionen Euro.

Der Fraktionsvorsitzende der AWV, Jürgen Hottmann, war mit dem Verlauf der Finanzentwicklung in diesem Jahr sehr zufrieden. „Das Ergebnis wird Ende des Jahres voraussichtlich besser aussehen als erwartet. Das ist erfreulich“, betonte Jürgen Hottmann. Auch Sonja Hanselmann-Jüttner von der SPD verwies darauf, dass die Gemeinderäte erhebliche Kürzungen im Gemeindehaushalt vorgenommen hätten und die Kommunalsteuern entsprechend erhöht hätten. „Es ist schön, dass sich diese Maßnahmen jetzt auszahlen. Dennoch sollten wir nicht übermütig werden, denn es gibt künftig viele Projekte, die wir in Angriff nehmen müssen. Da kommen erhebliche Investitionen im zweistelligen Millionenbereich auf uns zu“, so die Fraktionsvorsitzende der SPD. Die Mitglieder der anderen Fraktionen im Tammer Gemeinderat verwiesen ebenfalls auf die lange Aufgabenliste der Kommune und mahnten dazu an, weiter strikt die Entwicklung der Finanzen im Blick zu haben. „Der Finanzzwischenbericht 2018 ist ein erfreuliches Zwischenergebnis, mehr aber auch nicht. Wirklich interessant wird es erst beim Haushalt 2019“, unterstrich Wolfgang Fröhlich von der CDU. Bürgermeister Martin Bernhard entgegnete, dass viele große Vorhaben in den kommenden Jahren in Angriff genommen werden müssten, aber es dafür einen genauen Plan gebe, an den sich die Gemeinde halten will. Die Tammer Ratsmitglieder nahmen den Finanzzwischenbericht einhellig zur Kenntnis.

Am 18. Dezember dieses Jahres will Kämmerin Franziska Wunschik den Etatentwurf für das Jahr 2019 im Gemeinderat präsentieren.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel