Ludwigsburg Gute Noten für Ludwigsburger Innenstadt

Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung hat im vergangenen Jahr erneut Besucher der Ludwigburger Innenstadt nach ihrem Einkaufsverhalten befragt.
Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung hat im vergangenen Jahr erneut Besucher der Ludwigburger Innenstadt nach ihrem Einkaufsverhalten befragt. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / GÜNTHER JUNGNICKL 01.02.2014
Eine Imageanalyse der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) fällt für die Ludwigsburger Innenstadt positiv aus. Weitere Verbesserungen erhofft sich die Stadtverwaltung durch die Revitalisierung des Marstall-Centers.

Keine Frage, die Barockstadt ist als Einkaufsziel beliebt. GMA-Geschäftsführer Dr. Stefan Holl jedenfalls stimmte mit Frank Steinert von der Stadtverwaltung überein, dass die diesjährige Kundenbefragung ein "gutes Ergebnis" für die Innenstadt gebracht habe. Einem Vergleich mit dem Breuningerland jedenfalls kann sie jedenfalls locker standhalten, obwohl auch diesmal wieder der Dämmerschlaf des Marstall-Centers in der Kritik stand. 1500 Menschen waren befragt worden.

Holl hob in seinem Bericht vor dem Gemeinderat am Donnerstag hervor, dass die Besuchsintensität in der City zugenommen habe, während sie beim Breuningerland leicht rückläufig sei. Doch warnte er dabei vor voreiligen Schlüssen. Die Verschiebung sei weniger dem Einkaufsverhalten zu verdanken, sondern der Attraktivität der Stadt als Arbeits- und Wohnort. Eindeutig im Vorteil sei sie aber nicht nur deshalb, sondern auch aufgrund ihres besonderen Flairs und des attraktiven gastronomischen Angebots rund um den Marktplatz. Dass auch Sauberkeit und Sicherheit sowie das Busnetz positiv bewertet wurden, würdigte SPD-Stadträtin Monika Schittenhelm ganz besonders.

Wo Licht ist, ist jedoch bekanntlich aber auch Schatten. Auch diese Umfrage bestätigte wieder die bekannten Schwächen gegenüber dem Breuningerland, und sie manifestieren sich nicht nur am Niedergang des Marstall-Centers oder den Problemen im Bahnhofsbereich. Auch hinsichtlich Parkplatzangebot und Ladenöffnungszeiten liegt nach wie vor das Breuningerland in der Gunst der Kunden vorn. Besonders kritisch gingen die Befragten aber nicht nur mit einigen Mängeln im Angebot der Innenstadt um, sondern gaben dem Einzelhandel auch in puncto Beratungsqualität, Service und Freundlichkeit schlechtere Noten. Weshalb Holl Workshops für den Einzelhandel empfahl. FDP-Stadtrat Martin Müller wies dies jedoch zurück, weil die Personalschulung nicht Sache der Stadt, sondern des Einzelhandels selbst sei.

Dass viele der regelmäßigen Besucher Ludwigsburgs erneut das Parkplatzangebot und die Erreichbarkeit bemängelten, stieß auf Widerspruch im Gremium. Reinhardt Weiss (Freie Wähler) stellte schlicht fest: "Wir haben ein Parkplatzangebot par excellence." Auch Elga Burkhardt (LUBU) störte das "ständige Gejammer" über angeblich fehlende Parkplätze. Auch wenn man noch so viele Parkhäuser bauen würde, gäbe es keine Zufriedenheit, meinte sie. Stadträtin Edith Haberzeth-Grau (Grüne) hingegen verwies auf die steigende Nutzung des ÖPNV für Einkaufstouren. Auch besuchten mehr Kunden als früher per Rad oder gar zu Fuß die City.

"Eine ganze Anzahl von Hausaufgaben" hatte CDU-Sprecher Claus-Dieter Meyer in den Schlussfolgerungen der GMA ausgemacht. Dies sei auch notwendig, weil das "Zugpferd Marstall-Center" über Jahre verloren gegangen war. Dass darüber die Einkaufsstadt nicht abgestürzt war, erfüllte den Apotheker mit großen Hoffnungen auf die Revitalisierung des Centers.

Auch OB Werner Spec sah unterm Strich das Ergebnis dieser fünften Imageanalyse für die Innenstadt positiv: "Ludwigsburg ist eine tolle Einkaufsstadt." Der Einzelhandel habe sich in einem "dynamischen Wettbewerbsumfeld" gut behauptet. Was die Parkplatzsituation betreffe, so verfüge die Stadt zwar über einige tolle Parkhäuser, bei einigen älteren bestehe Handlungsbedarf, räumte er ein. Sinn der regelmäßigen Kundenbefragungen sei es aber für die Stadtverwaltung, konkreten Hinweise für Mängel zu bekommen. Deshalb werde das Ergebnis gründlich ausgewertet.

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