Konzert Flammende Leidenschaft beim Klassik Open Air

Auf dieses Bild warten alljährlich die Fans der Schlossfestspiele – und sie wurden auch diesmal nicht enttäuscht vom Klassik Open Air am Seeschloss Monrepos.
Auf dieses Bild warten alljährlich die Fans der Schlossfestspiele – und sie wurden auch diesmal nicht enttäuscht vom Klassik Open Air am Seeschloss Monrepos. © Foto: Werner Kuhnle
Bettina Nowakowski 16.07.2018

Herzlich willkommen, wir sind ausverkauft“, so begrüßte ein sichtlich gutgelaunter Intendant Thomas Wördehoff das Publikum am Seeschloss Monrepos am Samstagabend. Das Klassik Open Air ist alljährlich der Höhepunkt der Schlossfestspiele und ein absoluter Publikumsliebling.

Ob im leichten Sommerkleid mit Stola oder in Shorts und barfuß: Das gemischte Publikum ist ebenso ein typischer Teil dieser Veranstaltung wie die einzigartige Mischung von Konzert und Volksfeststimmung rund um den See und vor dem Schloss.

Schon vor Konzertbeginn trafen sich hier viele Besucher für das traditionelle Picknick. „Diese Kulisse hat man nicht überall“, so eine Zuschauerin, die das Klassik Open Air regelmäßig besucht. „Man trifft viele Bekannte, hört so grandiose Musik und erlebt ein tolles Feuerwerk, das hat schon was.“

Aber auch diejenigen, die zum ersten Mal da waren, wie ein Paar aus Esslingen, waren begeistert: „Wir kommen bestimmt wieder, das ist wirklich großartig, die Atmosphäre, die Musik, alles.“

Südländische Klänge

Das Orchester des Goethe-Gymnasiums Ludwigsburg, das Thomas Wördehoff wegen seines Könnens – mit Recht - nicht länger „Vorgruppe“ nennen möchte, eröffnete das Konzert mit Werken von Edward Elgar und Edvard Grieg. Die jungen Musiker unter der Leitung von Bennedikt Vennefrohne spielten mit Leidenschaft auf hohem Niveau und wurden dafür von einem aufmerksam lauschenden Publikum mit viel Applaus belohnt.

Mit Beginn der Dämmerung betrat das Orchester der Schlossfestspiele unter der Leitung von Pietari Inkinen die Bühne. Die expressive Ouvertüre aus „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner war der furiose Auftakt für ein Programm, das für eine laue Sommernacht unter freiem Himmel nicht passender hätte sein können. Südländische Klänge gab es mit der Suite Nr. 2 aus „El sombrero de tres picos“ von Manuel de Falla, kubanisches Flair kam auf mit George Gershwins „Cuban Overture“.

Dazwischen eine umjubelte und von Konzertmeister Gustavo Surgik auf der Solovioline großartig gespielte „Méditation“ von Jules Massenet. Pietari Inkinen führte das Orchester zu einem Höhenflug seines Könnens, was sollte da noch nachkommen? Eine weitere Steigerung, wie sich nach der Pause zeigte. Nikolai Rimsky-Korsakows „Capriccio Espagnol“ und besonders die „Carmen-Suite Nr. 1 & 2“ von Georges Bizet ließen das Orchester über sich selbst hinauswachsen.

Die populären Melodien aus „Carmen“ waren wie geschaffen für das Motto des Abends: tragische Liebe, flammende Leidenschaft, überbordende Emotionen. Pietari Inkinen hat das Orchester zu einer kongenialen Einheit zusammengeführt, das mit seiner Spielfreude überwältigt.

Der Höhepunkt des Abends stand dem in nichts nach. Zu den treibenden Klängen des „Bolero“ von Maurice Ravel haben die Pyrotechniker der Potsdamer Feuerwerk Vertriebs GmbH ein fulminantes Feuerwerk konzipiert, das sich im Tempo des „Boleros“ steigerte. Glitzernde Fontänen, bengalisches Feuer und flammendrote Feuerstöße am Anfang direkt vor der Fassade am Schloss, dann ein nicht enden wollender Raketenregen in Gold, Silber, Grün, Rot und Blau, der in funkelnden Kaskaden den nächtlichen Himmel erglühen ließ.

Ein furioses Finale, das den krönenden Abschluss für einen im wahrsten Sinne des Wortes flammenden und leidenschaftlichen Konzertabend bot und mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

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