Ludwigsburg Filmakademie kämpft um den Perspektive-Preis

Der Berlinale-Bär ist als Logo der Internationalen Filmfestspiele in den Arcaden am Potsdamer Platz in Berlin zu sehen. Die Berlinale findet vom 15. bis 25. Februar statt.
Der Berlinale-Bär ist als Logo der Internationalen Filmfestspiele in den Arcaden am Potsdamer Platz in Berlin zu sehen. Die Berlinale findet vom 15. bis 25. Februar statt. © Foto: dpa
Ludwigsburg / Tanja Majer 15.02.2018

Der Berlinale-Bär wagt sich auf der Plakatserie des diesjährigen Festivals mutig auf neues Terrain. An kreativem Anschauungsmaterial mangelt es beim Festival, das vom 15. bis 25. Februar in Deutschlands Hauptstadt stattfindet, nicht. Man kann davon ausgehen, dass es der diesjährigen 68. Berlinale nicht an Gelegenheiten fehlen wird, sich mit der Einstellung der Gesellschaft kritisch auseinander zu setzen. Vorsitzender der Internationalen Jury in diesem Jahr ist Tom Tykwer, Regisseur und Filmproduzent („Lola rennt“).

Vier deutsche Filme zu sehen

Vier deutsche Filme sind im Hauptwettbewerb vertreten und stellen sich der kritischen Einschätzung der Jury, des Publikums und nicht zuletzt der Presse Von Regisseur Christian Petzold, der schon oft auf der Berlinale vertreten war, kommt mit „Transit“ ein Flüchtlingsfilm in Form einer Autobiografie in den Berlinale-Palast. Anrührend unterwegs ist das Drama „Drei Tage in Quiberon“ von Regisseurin Emily Atef, die das Schicksal von Romy Schneider nachzeichnet. Philip Gröning erzählt mit der Zwillingsgeschichte „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ ein heftiges Beziehungsdrama.

Filmakademie-Alumni Thomas Stuber liefert mit „In den Gängen“ ein eindringliches Porträt einer sympathischen, aber verlorenen Gesellschaft nach dem Fall der Mauer. Differenziert will die Berlinale laut des Direktors der Berlinale, Dieter Kosslick mit der „#MeToo-Debatte“ umgehen. Es wird Veranstaltungen zum Thema Diversity geben, wobei sich nicht alles um sexuelle Belästigung drehen soll, vielmehr will man sich mit der Diskriminierung im Allgemeinen auseinandersetzen.

Auch die Aktivitäten von „Pro Quote Film“ und der internationalen Organisation für Frauen in Film und Fernsehen sind ein Teil davon. Außerdem unterstützt die Berlinale die Initiative „Speak Out“ von Daniela Elstner, der Leiterin einer französischen World-Sales-Firma, die eine Website und Hotline gegen sexuelle Belästigung im Filmgeschäft startet.

Wie bereits in den letzten Jahren sind auch Ludwigsburger Beiträge in der Reihe „Perspektive Deutsches Kino“ vertreten, die das Hauptaugenmerk auf die Zukunft des deutschen Films und seine Entwicklung legt. 14 Filme werden in dieser Sektion gezeigt. Bereits an diesem Freitag eröffnet „Storkow Kalifornia“ unter der Regie von Kolja Malik diesen Wettbewerb um den mit 5000 Euro dotierten Kompass-Perspektive-Preis.

Mehrfach preisgekrönt

Mit dem mehrfach preisgekrönten Gast-Film in der Perspektive „Ohne diese Welt“ nimmt uns Regisseurin Nora Fingscheidt mit in eine vergessene Welt im 18. Jahrhundert, in den Norden Argentiniens und zeigt den Lebensalltag von 700 deutschstämmigen Mennoniten.

Auch die junge Generation soll nicht zu kurz kommen, wofür die 1978 aufgelegte Sektion „Generation14plus“ sorgt. Die Berlinale widmet diese Reihe speziell Kindern und Jugendlichen. Dabei werden Entdeckungen des internationalen Gegenwartskinos auf Augenhöhe junger Menschen präsentiert und mit den Gläsernen Bären und den Preisen der internationalen Jurys ausgezeichnet. In dieser Sektion wird auch der nervenaufreibende Streifen von Filmakademie-Student Jonathan Behr gezeigt. „The Follower“ erzählt von einem Smartphone-Chat und wie ein Instagram-Follower in die bis dahin heile Welt einer Schülerin einbricht.

Info Die Ingersheimerin Tanja Majer berichtet für die BZ exklusiv von der Berlinale und wird während ihrer Dauer auch von Ludwigsburger Filmspuren in Berlin erzählen.