Auch dieses Jahr findet in der Hauptstadt wieder die Berlinale statt. Die Internationalen Filmfestspiele beginnen am Donnerstag, 7., und enden am Sonntag, 17. Februar. Die internationale Jury der 69. Berlinale mit der Schauspielerin Juliette Binoche an der Spitze, entscheidet über die Vergabe der Goldenen und Silbernen Bären im Wettbewerb.

17 Filme gehen an den Start. Dazu gehört auch der deutsche Film „Systemcrasher“ von Nora Fingscheidt, einer „Ehemaligen“ der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Ihr Film handelt von Benni, einem zarten Mädchen mit ungestümer Energie. So nennt man Kinder, die jede Regel brechen und durch alle Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe fallen. Fingscheidt inszeniert ein Drama über die Sehnsucht eines Kindes nach Liebe und Geborgenheit und das darin liegende Gewaltpotenzial. Zugleich beschreibt der Film die unermüdlichen Versuche von Erziehern eine Perspektive für solche Kinder zu schaffen, die durch ihre unvorhersehbaren Ausbrüche andere und sich selbst zu zerstören drohen.

Experimenteller Interview-Film

Zum 18. Mal gibt es die Sektion „Perspektive Deutsches Kino“. Eine spannendes Experiment liefert dabei der dokumentarische Interview-Film „6Minuten66“, von „P:triebswerk films“ aus Ludwigsburg. Katja und Julius Feldmeier haben dazu 15 Regisseure, darunter auch alte Bekannte der Akademie in Ludwigsburg, wie Dietrich Brüggemann, Nikias Chryssos, sowie Helene Hegemann und Mia Spengler, eingeladen und sie mit der Frage konfrontiert: „Stirbt der Ort Kino, stirbt das Kino als Kunstform und Sprache?“. Die Regisseure werden hierzu in einem Hotelzimmer mit der Frage und zwei Kameras allein gelassen. Sie haben sechs Minuten und 66 Sekunden Zeit, sich zu äußern.

Auch ein Abschlussfilm der Ludwigsburger Filmakademie findet sich in der „Perspektive Deutsches Kino“ wieder. Der Dokumentarfilm „Das Innere Leuchten“ ist Stefan Sicks Regiedebüt. Als freiberuflicher Kameramann und Filmemacher wurde er bereits 2014 für „Nebel“ von Nicole Vögele, der auf der Berlinale uraufgeführt wurde (die BZ berichtete), beim „Sehnsüchte Studentenfestival“ mit dem Preis der besten Kamera ausgezeichnet. Mit großer Wertschätzung unternimmt Sick filmisch eine beobachtende Annäherung an das Leben in einer Pflegeeinrichtung. Konfrontiert mit einer Welt, frei von Vergangenheit und Zukunft, in der nur das Erleben von Momenten zählt, entdeckt man gemeinsam mit den Protagonisten die Schönheit der Rituale des Alltags neu.