Gericht Fall der Asperger Schießerei eingestellt

Asperg / Bernd Winckler 13.10.2018

Mit einer Einstellung wegen Unerheblichkeit endete der Fall zu Schießerei in Asperg gestern vor der Schwurgerichtskammer des Stuttgarter Landgerichts. Ungesühnt bleibt die Schießerei vom 25. Februar 2017 in der Bahnhofstraße, bei der die Glasscheibe der Eingangstüre des Lokals zersplitterte, aber niemand verletzt wurde. Ungesühnt auch ein weiterer Schuss vom 31. Februar auf das Fahrzeug des Shisha-Bar-Besitzers in Ludwigsburg-Eglosheim, bei dem der Beifahrer leicht verletzt wurde. Seit dem 7. August stritt der 24-Jährige vor Gericht den Anschlag ab und nannte sogar den Namen des wirklichen Schützen. Den Schuss in Ludwigsburg gab er zu. Vom versuchten Totschlag rückte somit gestern das Schwurgericht in einer Erklärung ab und wertete die Fälle nur noch als versuchte gefährliche Körperverletzung und Besitz einer halbautomatischen Waffe. Die Folge einer seit Jahren dauernden Gewalt-Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Osmanen Germania BC und der kurdischen Bahoz-Szene, bei der der Angeklagte diese Taten als Rache für eine Prügelei Anfang Januar verübt habe.

Sitzt bereits im Gefängnis

Doch der 24-Jährige sitzt bereits eine Strafe von knapp sechs Jahren wegen Verabredung zum Mord, verhängt vom Landgericht Hechingen, ab. Außerdem hat ihn das Amtsgericht Ludwigsburg im April und nochmals im Juli dieses Jahres wegen anderer Straftaten zu weiteren Haftstrafen verurteilt. Strafen, die man hätte in eine „Gesamtstrafe“ einbinden müssen. Da sich dies aber nicht lohnt, weil es am Ende in der Strafzumessung nicht mehr besonders ins Gewicht gefallen wäre, kam der Vorschlag vom Staatsanwalt, aus Gründen der Unerheblichkeit die Schießereien von Asperg und Ludwigsburg vorläufig einzustellen, was nicht einem Freispruch gleich kommt. Die Richter der Schwurgerichtskammer in Stuttgart begrüßten den Vorschlag. Die Vorsitzende Richterin fand deutliche Worte in Richtung Anklagebank: „In den Kreisen, wo Sie sich bewegen, werden Sie über kurz oder lang eine Bauchlandung hinlegen.“ Grund ist, dass der Angeklagte gegen sein Mordverabredungs-Urteil Revision eingelegt hat und diese nicht zurücknimmt. Die Einstellung des Prozesses sei allerdings nicht endgültig, korrigierte einer der Richter den Beschluss. Man könne jederzeit das Verfahren neu aufrollen. Vor allem auch, weil vor einer anderen Stuttgarter Strafkammer gerade der Prozess gegen seinen damaligen Komplizen läuft, der mutmaßlich dabei gewesen sei, als die Schüsse in Eglosheim auf das Fahrzeug des Shisha-Wirts angegeben wurden.

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