Ludwigsburg Ex-Heimkind liest

Ludwigsburg / BZ 30.09.2016
Am Dienstag, 4. Oktober, findet im Staatsarchiv eine Lesung mit Clemens Maria Heymkind statt.

Das Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3, veranstaltet am Dienstag, 4. Oktober, um 19 Uhr eine Lesung mit Clemens Maria Heymkind. Er liest aus seinem Buch „Verloren im Niemandsland“. Wie aus der Ankündigung hervorgeht, wurden Clemens Maria Heymkind in den 1960er- und 1970er-Jahren und seine Zwillingsschwester im Säuglingsalter zwischen verschiedenen Krippen und Heimen hin- und hergeschoben wie ein Stück Ware. Er landete schließlich in einem katholischen Kinderheim in einer bayerischen Kleinstadt, in dem er über Jahre hinweg seelisch gequält, sexuell missbraucht und körperlich schwer misshandelt wurde. Es ist ein Schicksal, wie es geschätzt 1,2 Millionen Betroffene in deutschen Heimen zwischen 1949 und 1975 erlitten haben.

Die autobiografische Erzählung lasse erahnen, wie schwierig es für die Opfer ist, ihre Vergangenheit zu bewältigen, so die Veranstalter. Letztlich gelinge dem Autor der Schritt heraus aus dem Grauen, hinein in ein besseres Leben. Auf eine Entschuldigung der Täter warte er bis heute. Die Lesung wird von Natascha Schopp musikalisch umrahmt. Eintritt ist frei. Bereits um 15 Uhr findet eine öffentliche Führung durch die aktuelle Ausstellung Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949 bis 1975 statt.

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