Ludwigsburg Europameisterschaft im Blüba: Weltrekordkürbis wiegt eine Tonne

Der Schweizer Kürbiszüchter Beni Meier hat in diesem Jahr einen Hattrick geschafft: Dreimal hintereinander brach er den Europa- und Weltrekord vom vergangenen Jahr. An diesem Sonntag gelang ihm mit seinem 1054-Kilogramm-Kürbis auf der Kürbisausstellung im Blühenden Barock Ludwigsburg sein dritter Streich.
Der Schweizer Kürbiszüchter Beni Meier hat in diesem Jahr einen Hattrick geschafft: Dreimal hintereinander brach er den Europa- und Weltrekord vom vergangenen Jahr. An diesem Sonntag gelang ihm mit seinem 1054-Kilogramm-Kürbis auf der Kürbisausstellung im Blühenden Barock Ludwigsburg sein dritter Streich. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / ROLAND WILLEKE 13.10.2014
Die Europa-Meisterschaft im Kürbiswiegen im Ludwigsburger Blühenden Barock endete gestern mit einem neuen Weltrekord. Der Siegerkürbis von Beni Meier aus der Schweiz brachte mehr als eine Tonne auf die Waage.

Im Volksmund heißt es "Dem dümmsten Bauern wachsen die größten Kartoffeln". Das darf man weder über Kartoffelzüchter und schon gar nicht über die Kürbiszüchter sagen, angesichts des immensen Aufwands, den allein der Transport der Riesenfrüchte erfordert, die sich gestern einer europaweiten Konkurrenz im Blühenden Barock stellten. Auch sonst ist die Züchtung von Riesenkürbissen eine Wissenschaft für sich, in der bisher die Amerikaner das Feld beherrschten. Nichts wird dem Zufall überlassen, seien es die Bestäubung oder die Bewässerung. In der Endphase können die Züchter ihren Lieblingen beim Wachsen förmlich zuschauen. Bis zu 25 Kilogramm am Tag legen die Riesen zu.

In die Phalanx der amerikanischen Rekordhalter ist jetzt Beni Meier aus dem schweizerischen Pfungen eingebrochen. Innerhalb weniger Wochen stellte er bei Kürbisausstellungen in Deutschland und der Schweiz Weltrekorde auf. Seine Kürbisse brachten 951 Kilogramm beziehungsweise 953,5 Kilogramm auf die Waage. Seinen Joker hatte der schlaksig wirkende junge Gärtnermeister indes für die Europameisterschaft in Ludwigsburg aufgehoben. Zu Recht, denn mit 1054 Kilogramm setzte Meiers Kürbis das Maß aller Dinge in Kürbiszüchterkreisen und der Weltrekord wurde gleich um 100 Kilogramm verbessert. Auch der kleinste Kürbis, der außer Konkurrenz gewogen wurde, kam aus dem Hause Meier. Beni Meiers kleiner Sohn Xeno legte dem Chef des "Blühenden Barock" Volker Kugel einen fünf Gramm leichten Kürbis auf die Waage.

Schon im letzten Jahr hatte ein Kürbis aus der Zucht von Beni Meier die Marke von einer Tonne Gewicht überschritten. Wegen eines zwei Zentimeter langen Risses an der Unterseite des Giganten konnte das Wiegeergebnis aber nicht gewertet werden.

Die Teilnahme am Kürbiswiegen brachte Beni Meier neben der Siegprämie von 1500 Euro eine Sonderprämie von 12 000 Euro ein, die der Mitveranstalter, die Jucker Farm aus der Schweiz, ausgelobt hatte.

Auf die etwas profane Frage, ob man seine Riesenkürbisse auch essen könne, verzieht Beni Meier das Gesicht und empfiehlt kleinere Speisekürbisse. In Fachkreisen gilt die für die Zucht von Riesenkürbissen bevorzugt verwendete Sorte "Atlantic Giant" als minderwertiger Speisekürbis, der allenfalls für eine Kürbissuppe taugt. Wichtig und überaus begehrt und wertvoll sind aber die Samenkörner der Rekordkürbisse. Auf internationalen Auktionen werden mehrere Hundert Euro bezahlt - für einen einzigen Samenkern.

Die Rekordkürbisse bleiben bis zum Kürbisschlachtfest am 2. November, wenn die Kürbissausstellung endet, in Ludwigsburg, erzählt Beat Jucker, Chef des schweizerischen Erlebnisbauernhofs Jucker Farm. Jucker organisiert jedes Jahr sieben Kürbisausstellungen in ganz Europa und ist auch Initiator der Ludwigsburger Kürbisausstellung.

Für den gestern in Ludwigsburg gekürten Weltrekordkürbis plant er ein besonders würdevolles Ende. Wenn alles klappt, wird der US-Ausnahme-Kürbiskünstler Ray Villafane aus dem Kürbis eine seiner in Fachkreisen berühmten Skulpturen schnitzen.

Die Platzierungen

Europameister und gleichzeitig Weltrekordler wurde Beni Meier aus der Schweiz mit seinem 1054 Kilogramm schweren Riesenkürbis.

Auf den Plätzen folgen Jos Ghaye, Belgien (820 Kilo), Janko Lovse, Slowenien (792 Kilo), Stefano Cutrupi, Italien (780 Kilo), Berufsbildungswerk Augsburg, Deutschland (741 Kilo), Team Heavy East, Deutschland (692 Kilo), Arnold Horde, Niederlande (686,5 Kilo), Matthias Würsching, Deutschland (649 Kilo), Norbert Andres, Deutschland (475 Kilo), Peter Bohnert, Deutschland (464,4 Kilo), Martin Rudorfer, Deutschland (364 Kilo), Mario Jaglarz, Österreich (299,2 Kilo) und Udo Kargas, Deutschland (281,4).

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