Ludwigsburg Es kommt auf die Dosis an

SUSANNE YVETTE WALTER 29.11.2013
Beim Sparkassenforum zum Thema "Lust auf Gesundheit" sprach Dr. med. Wolfram Pfeiffer vor rund 150 Zuhörern im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse. Im Mittelpunkt standen Ernährungsfragen.

Viele hatten sich auf einen biologischen Vortrag eingestellt, doch Dr. Wolfram Pfeiffer weiß genau, dass zu viel Fachchinesisch und graue Theorie den Zuhörer langweilen und ließ seinen Vortrag zum Thema "Lust auf Gesundheit" lieber so praktisch angehen, wie es der Titel bereits versprach.

Im Rahmen des Sparkassenforums sprach Pfeiffer am Dienstag vor rund 150 Zuhörern im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse. Sein Fokus lag auf der Kompensation von Stress und auf der ausgewogenen Ernährung. Weiter ging er auf Alkohol als Schadens- und Nutzensbringer im Alltag ein.

Es kommt bekanntlich im Leben immer auf die richtige Dosis an und Dr. Pfeiffer, seines Zeichens Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin, musste eventuelle Vorfreude in den Gesichtern seiner Zuhörer leider gleich ausbremsen. Ein Viertelliter Rotwein beim Mann und ein Achtelliter bei der Frau seien dazu geeignet, den Stoffwechsel anzukurbeln. Mehr sei schädlich, besonders toxisch ist die Verbindung zwischen Alkohol und Nikotin, führte er eigentlich bekannte Fakten noch einmal neu ins Gedächnis.

Überhaupt war es ein Vortragsabend, der, so schien es, an das erinnern wollte, was der Mensch eigentlich so oder in ähnlicher Form schon einmal über Ernährung gehört haben sollte. Die bekannte Pyramide mit Nahrungsmitteln brachte Pfeiffer bewusst ins Spiel und riet, wie viele Experten, vom Komplettverzicht auf einzelne Nahrungs- und Genussmittel ab. Die Dosis macht es auch hier. Grundregeln wie "Genussmittel sind keine Nahrungsmittel" erschienen in neuem Licht. "Genuss muss sein, sonst empfinden viele das Leben nicht als lebenswert", räumte Wolfram Pfeiffer gern ein. Entscheidend sei ob der Mensch übertreibe oder den Daumen der Kontrolle über seinem Essverhalten habe.

Die Psychologie des Menschen streifte er bei seinem Exkurs über das Wesen des klassischen Biertronkers und des klassischen Weintrinkers. Zweiterer kaufe in der Regel ganz andere Nahungsmittel ein als ersterer und verfüge oft auch über einen anderen Bildungshorizont, so die Theorie. Klare Worte von Wolfram Pfeiffer: "Was ist der wichtigste Faktor im Leben des Menschen: seine Bildung auch in Sachen eigene Gesundheit."

Noch tiefer wanderte sein Blick in die menschliche Seele. Überschrift: frühzeitiges Altern und Depression. Beide resultieren aus mangelnder Bildung und auch aus einem hohen Konsum an synthetischen Vitaminen. Pfeiffer: "Bis heute gibt es noch keinen Beweis dafür, dass künstliche Vitamine vom Körper auch wirklich aufgenommen werden können."

Noch immer gilt nach seinen Worten der Optimismus und eine positive Grundeinstellung als treibende Kraft für ein langes gesundes Leben. "Eine schlechte Beziehung kann einnen schnell mal zehn Jahre kosten", nahm Wolfram Pfeiffer kein Blatt vor den Mund und riet zu "love it or leave it" (Liebe es oder lass es). Positiv hingegen wirke sich auf die Lebensdauer eine gute stabile Beziehung aus, in der sich die Partner wohlfühlen und auffangen und die mit Sexualität gesegnet ist.