Ludwigsburg Erstmalige Theaterkooperation zur Rolle der Frau

Uwe Roth 15.09.2017

Erstmalig kooperieren die Tanz- und Theaterwerkstatt (TTW) Ludwisburg und das Forum der Kulturen Stuttgart. Das Thema des Theaterprojekts ist grob vorgegeben: „Frauenbilder – Frauenvisionen“. Auf diese Vorgabe sollten sich interessierte Laienschauspieler einlassen, wenn sie am Samstag, 16. September, zwischen 10 und 16 Uhr das Vorhaben im Kunstzentrum Karlskaserne Ludwigsburg (Hindenburgstraße 29) kennenlernen wollen.

Eine weitere Vorgabe ist, sich mit fremden Kulturen beschäftigen zu wollen und sich auf diese einzulassen. Denn federführend ist das Forum der Kulturen in Stuttgart, das bereits seit 2008 solche interkulturelle Theaterproduktionen auf die Bühne bringt. Im Forum sind mehr als 100 Migrantenvereine aus Stuttgart und Umgebung Mitglied. Über die Jahre hat sich dort ein festes Ensemble mit knapp 20 Mitgliedern zusammengefunden. Neueinsteiger seien aber jederzeit willkommen, heißt es in der Ankündigung. Weibliche und männliche Migranten sollen sich zum Mitmachen besonders angesprochen fühlen.

„Das Projekt steht aber wirklich allen offen“, betont Gordana Ancic, Projektverantwortliche und stellvertretende Geschäftsführerin der Tanz- und Theaterwerkstatt – das Interesse zählt. Die Ludwigsburger Kultureinrichtung ist von den Stuttgarter Kulturmachern angesprochen worden, ob sie sich am nächsten Projekt beteiligen wolle. „Es ist die erste Kooperation. Aber wir kennen uns gut und freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit“, sagt Ancic. Die beiden künstlerischen Projektleiter von „Frauenbilder – Frauenvisionen“, die ungarische Theaterpädagogin Boglárka Pap sowie der spanische Schauspieler und Theaterpädagoge Luis Hergón, haben schon Kurse in der Tanz- und Theaterwerkstatt geleitet.

Die beiden Künstler werden beim kostenlosen Workshop im Mannschaftsgebäude des Kunstzentrums Karlskaserne anwesend sein. Eingeladen ist zusätzlich Elif Polat, Hochschuldozentin, Interkulturelle Trainerin und seit zehn Jahren Mitglied bei den Neuen Deutschen Medienmachern zum Thema „Die Konstruktion der Muslima”. Die Veranstaltung ist Gelegenheit, sowohl das Thema als auch die Theaterarbeit kennenzulernen.

Wer ins Projekt einsteigen möchte, benötigt nicht nur Interesse, sondern ebenso einige Ausdauer: Denn geprobt wird wöchentlich, immer montags zwischen 19 und 22 Uhr, zuzüglich bis zu fünf Intensivwochenenden. Probenort ist Stuttgart. Gegen eine Gebühr von 60 Euro für den gesamten Kurs lernen die Teilnehmer neben dem Schauspieltraining zu recherchieren und zu schreiben. Das Projektjahr endet mit mehreren Bühnenauftritten, auch in Ludwigsburg.

Ausgehend von persönlichen Geschichten und Lieblingstexten aus der (Heimat-)Literatur wollen die Theatermacher Visionen für die Zukunft entwickelt. Wie wird sich, wie soll sich – oder auch nicht – die weibliche Figur verändern? Wie leben Frauen mit migrantischen Wurzeln in Stuttgart und Ludwigsburg und wie wird ihr Leben künftig sein? Wie wird sich das gesellschaftliche Leben im Hinblick auf die Geschlechter verändern? Das sind die Fragen, aus denen das Ensemble die Bühnengeschichte entwickeln wollen. Im Februar ist geplant, eine Rohfassung des Stücks öffentlich aufzuführen.

Laienschauspieler können das Projekt mitgestalten

Erstmalig kooperieren die Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg und das Forum der Kulturen Stuttgart für das neue Projekt „Frauenbilder-Frauenvisionen” des interkulturellen Theaterensembles des Forums der Kulturen. Den Auftakt macht ein Impulsworkshop am Samstag, 16. September, um 10 Uhr in der Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg mit den künstlerischen Leitern Boglárka Pap und Luis Hergón. Eingeladen ist auch Elif Polat, Interkulturelle Trainerin und Hochschuldozentin. Zu diesem Auftakt können alle Interessierte kommen und sich anschließend für dieses Projekt dem Theaterensemble anschließen.

Von 18. September, bis 5. November finden die Proben im Theater Atelier, Stöckachstraße 55 in Stuttgart, statt. Ab 6. November sind sie im Kulturzentrum Laboratorium, Wagenburg­straße 147 in Stuttgart.­

Probezeitraum ist von September 2017 bis September 2018 immer montags von 19 bis 22 Uhr. Hinzu kommen 4 bis 5 Intensivwochenenden.

Eine Schnupperstunde ist frei, dann kostet die Teilnahme 60 Euro pro Person, 40 Euro ermäßigt. bz