Notinsel Erneute Schulung für Schulbusfahrer

Ludwigsburg / bz 17.08.2018

Kinder, die schnelle Hilfe brauchen, finden in Ludwigsburg Unterstützung bei den sogenannten Notinseln. Die Idee der Stiftung Hänsel und Gretel wird von der Stadt seit 2004 umgesetzt. Notinseln im Stadtgebiet sind vor allem Geschäfte, Bankfilialen und Kindertageseinrichtungen. Sie sind durch Aufkleber in ihren Schaufenstern erkennbar. Rund 130 Einrichtungen und Geschäfte in der Innenstadt und in den Stadtteilen von Ludwigsburg nehmen derzeit daran teil, weitere Läden seien interessiert, schreibt die Stadt in einer Mitteilung.

Von Anfang an dabei sind aber auch die Buslinien des Unternehmens Ludwigsburger Verkehrslinien (LVL) Jäger. Deren Schulbusse sind Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, dafür wurden alle Busfahrer extra geschult, so die Stadt weiter. Dies wurde jüngst wiederholt, um die Bedeutung der Notinseln präsent zu halten und neue Mitarbeiter der LVL darüber zu informieren.

Keine schlimmen Vorfälle

Für Notinsel-Helfer gibt es konkrete Handlungsanweisungen: Was ist bei einem verängstigten Kind zu beachten? Welche Personen und Institutionen müssen benachrichtigt werden? Glücklicherweise handelte es sich in der Vergangenheit weniger um schlimme Vorfälle als um kleinere Missgeschicke, so die Stadt. Eine verlorene Fahrkarte oder ein aufgeschlagenes Knie, das mit einem Pflaster versorgt wird, kommen immer wieder vor.

„Die Tatsache, dass sich bisher nur wenige Kinder in einer wirklich schweren Situation an eine Notinsel gewandt haben, bedeutet nicht, dass diese Anlaufstellen überflüssig sind“, so Erster Bürgermeister Konrad Seigfried, in dessen Verantwortungsbereich die Notinseln fallen. „Durch die vielen Notinseln in Ludwigsburg wird vielmehr die Bereitschaft zum Hinsehen und Helfen verstärkt. Dies führt zu mehr Zivilcourage und verhindert letztlich Straftaten“, ist Seigfried überzeugt. Damit jedoch vor allem Kinder und Erziehungsberechtigte Bescheid wissen, werden zum neuen Schuljahr an alle Ludwigsburger Grundschulen Lesezeichen verschickt. Sie werden von den Lehrkräften an alle Erstklässler ausgegeben. Außerdem werden in allen Kindertageseinrichtungen Flyer an die Eltern verteilt.

Um Notinsel zu werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Es ist sicherzustellen, dass einem hilfesuchenden Kind schnell und gefahrlos geholfen wird. Dabei werde jeder Antrag genau geprüft und es wird eine Vereinbarung geschlossen, an die sich die Notinseln halten müssen.

Info Wer sich genauer über die Ludwigsburger Notinseln informieren will, kann sich an Gertraud Selig vom städtischen Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement und Soziales wenden: Telefon (0 71 41) 90 30 74, E-Mail: g.selig@ludwigsburg.de.

www.notinsel.de

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel