Schlossfestspiele Eine musikalische Reise durch Südosteuropa

Der Frauenchor Bulgarian Voices Angelite besteht aus 16 Frauen in traditionell folkloristischer Kleidung. Er begeisterte die Besucher der Schlossfestspiele.
Der Frauenchor Bulgarian Voices Angelite besteht aus 16 Frauen in traditionell folkloristischer Kleidung. Er begeisterte die Besucher der Schlossfestspiele. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / Bettina Nowakowski 21.07.2018

Die Schlossfestspiele und L’Arpeggiata sind eine einzigartige Verbindung. Sowohl musikalisch als auch emotional. Das Ensemble von Christina Pluhar gehört zu den Höhepunkten der Festspiele und hat seine feste Fangemeinde. Und immer wieder sind Konzerte von L’Arpeggiata eine besondere Überraschung, eine im wahrsten Sinne des Wortes musikalische Reise ins Ungewisse.

Die Querverbindungen von traditioneller und barocker Musik machen den Reiz der Aufführungen aus. Dazu ein international besetztes Ensemble, das mit Instrumenten wie Theorbe, Zink, Barockgitarre, Kontrabass, Klavier, Akkordeon und selten gespielten Instrumenten wie die bulgarische Gadulka und die griechische Lyra ein ganz besonderes Klangbild schafft.

Balkanroute als Klammer

So auch am Donnerstagabend im fast ausverkauften Forum. Die Balkanroute, die Verbindung zwischen Orient und Okzident, bildete den musikalischen Rahmen – und hatte gleichzeitig einen aktuellen Bezug: als Weg, den unzählige Flüchtlinge aus Syrien in den letzten Jahren genommen haben. Das Repertoire umfasste traditionelles Liedgut aus Griechenland, Mazedonien, Serbien, Bulgarien und Kroatien. Mit Vincenzo Capezzuto, Céline Scheen, Katerina Papadopoulou und Nataša Mirkovic stand ein exzellentes Gesangsquartett auf der Bühne, das kraftvoll und ausdrucksstark die traditionellen Lieder interpretierte.

Unterstützt wurden sie von dem Frauenchor Bulgarian Voices Angelite. 16 Frauen in traditionell folkloristischer Kleidung, die das Publikum mit ihrem Gesang, vor allem dem humorvollen „Shopska Pesen“, besonders begeisterten. Die Lieder erzählten von Schmerz und Leid, Glück und Unglück, Sehnsucht und Hoffnung. Oft melancholisch, dann wieder heiter und fröhlich.

Ein besonderer Höhepunkt waren die Instrumentalstücke des Ensembles, das mit viel Spielfreude und unbändiger Improvisationslust einmal mehr sein außergewöhnliches Können und seine Vielschichtigkeit unter Beweis stellte.

Gemeinsames Stück am Schluss

Besonders berührend am Schluss des zweistündigen pausenlosen Konzerts die Version von „Zaidi Zaidi jasno sonce“, in der alle Künstler gemeinsam auftraten. Unter drei Zugaben ließ das minutenlang applaudierende Publikum L’Arpeggiata nicht von der Bühne. Selbst als das Saallicht anging, forderten die Zuschauer noch einmal die Rückkehr der Künstler und wurden dafür mit einer grandiosen Tanz- und Gesangseinlage von Vincenzo Capezzuto belohnt. Ein außergewöhnlicher Abend, der nicht nur musikalisch begeisterte, sondern auch eine gelungene Annäherung an die traditionelle Musik Südosteuropas war, die Lust auf mehr macht.

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