Buch Eine Geschichte über Krieg und Liebe

Ludwigsburg / bz 30.08.2018

Anlässlich des Stadtjubiläums beschloss Verlegerin Petra-Marion Niethammer, die beim Nikros Verlag Ludwigsburg tätig ist, einen historischen Roman herauszugeben. Dieser sollte in der Barockstadt spielen. Eine Autorin hatte Niethammer schon gefunden, jetzt fehlte nur noch das Buch. Sie hatte bereits Bücher von Ulrike Ladnar gelesen und wollte sie davon überzeugen eine Geschichte über Ludwigsburg zu schreiben. Ohne sie persönlich zu kennen, nahm sie Briefkontakt zu der Autorin auf. Das machte Eindruck: „Sie war nicht aufdringlich“, sagt Ladnar. Zwar kannte die Autorin Ludwigsburg, doch sie hatte nie in der Stadt gelebt. Wie sollte sie dann darüber schreiben?

Ladnar wohnt in Frankfurt, wurde in Baden bei Wien geboren und wuchs in Bad Mergentheim auf. Mein erster Gedanke war: „Das will ich nicht, das kann ich nicht.“ Schließlich sollte das Erzählte „glaubwürdig wirken“. Und aus der Sicht einer Touristin wollte sie keinesfalls ein Buch schreiben.

Doch ihre ersten Zweifel verschwanden als sie 2016 wieder nach Ludwigsburg kam. Nachdem sie das Ludwigsburger Museum besucht hatte und durch die Stadt flaniert war, sprudelten die Ideen nur so aus ihr heraus, berichtet sie. Innerhalb von wenigen Minuten skizzierte sie ihre Protagonistin Lynn schon einmal im Kopf. Danach ging sie „systematisch“ vor. „Ich kaufte mir haufenweise Literatur“, sagt die 73-Jährige. Geschrieben hat die Frankfurterin „ein Leben lang“, bloß eben handelten ihre ersten Bücher von didaktischen Methoden, Lehrplänen und Schulbüchern. Sie studierte Deutsch, Slavistik und Geschichte. Erst seit sechs Jahren widmet sie sich den historischen Romanen.

Der aktuelle Roman spielt größtenteils in Monrepos und handelt von einer emanzipierten Frau. Das ist Lynn, die Tochter eines angesehenen Mathematiklehrers. Sie musste nach dem frühen Tod der Mutter ihre eigenen Pläne aufgeben und sich stattdessen um ihren Vater und ihre beiden Brüder kümmern. Der ältere zieht 1914 nur widerwillig in den Krieg, während der jüngere es kaum erwarten kann, an die Front zu kommen. Im Lazarett pflegt sie an der Seite von Doktor Ostertag die Soldaten, die täglich verwundet und traumatisiert eintreffen. Dabei kommen sich die beiden näher. Eines Tages wird Lynn entführt und in einer Waldhütte gefangen gehalten. Dort haben sich vor vielen Jahren bereits zwei geheimnisvolle Todesfälle ereignet. Wie die Geschichte ausgeht, verrät die Autorin natürlich nicht.

Die Frage bleibt aber, wie sie es schafft sich in die Zeit des Ersten Weltkriegs hineinzuversetzen. „Meine Großmütter haben viel über den Krieg erzählt“, sagt sie. Außerdem war die 73-Jährige als Gymnasiallehrerin tätig und sehr an Geschichte interessiert. Da sie geschichtliche Ereignisse des Zeitraums 1890 bis 1930 besonders spannend findet, hat sie schon zahlreiche Bücher über diese Jahre gelesen. „Ich kann besser über Vergangenes schreiben als über die jetzige Zeit.“

Ungefähr ein Jahr lang hat Ladnar an ihrem Werk gearbeitet, das am 31. Juli erschienen ist. Neben Moral, Krieg und Liebe spielen auch Stachelbeeren eine wichtige Rolle in ihrer Geschichte. Was für eine, bleibt ein Geheimnis. Was sie jedoch verrät, ist der Grund warum hin und wieder Gedichte von Mörike und Schiller vorkommen. „Ich habe mich bewusst für diese Dichter entschieden, weil sie einen großen Teil ihres Lebens in Ludwigsburg verbracht haben.“ Durch ihre Arbeit sei ihr die Barockstadt ans Herz gewachsen und sie schwärmt von vielen Orten der Stadt. „Der Teich bei Monrepos ist schön, der Marktplatz und das Theater im Schloss gefallen mir auch sehr gut.“ Eine Fortsetzung ihres Romans schließt sie nicht aus. Vielleicht wird sie beim nächsten Besuch in Ludwigsburg ja erneut inspiriert.

Info Das Buch „Die Spur der Stachelbeeren“ ist im Nikros Verlag erschienen und kostet 13,80 Euro und ist 304 Seiten lang. Am Sonntag, 14. Oktober, 11.15 Uhr  liest Ulrike Ladner im Rahmen der  Baden-Württembergischen Literaturtagen im Kulturzentrum in Ludwigsburg aus ihrem Werk.

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