Kreisfeuerwehrverband Eine Einsatzjacke für den Chef

Die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands ist immer Gelegenheit zur Ehrung verdienter Feuerwehrangehöriger. Verbandsvorsitzender Klaus Haug (siebter von links) zeichnete zahlreiche Feuerwehrmänner aus dem Landkreis aus.
Die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands ist immer Gelegenheit zur Ehrung verdienter Feuerwehrangehöriger. Verbandsvorsitzender Klaus Haug (siebter von links) zeichnete zahlreiche Feuerwehrmänner aus dem Landkreis aus. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / Roland Willeke 16.04.2018

Sagt ein Feuerwehrmann zum anderen: „Lauter rote Autos.“ Der Angesprochene erwidert: „Hasch au so a Entzücke gschpürt in dir?“ So tatsächlich am Freitagabend geschehen im Angesicht der Fahrzeugparade nagelneuer Feuerwehrautos, die die Feuerwehren des Kreisfeuerwehrverbands Ludwigsburg zur Jahresversammlung des Verbandes vor dem Reithaus Ludwigsburg präsentierten. Zum Teil waren die von den Feuerwehren Asperg, Bönnigheim, Mundelsheim, Vaihingen und der Bosch-Werkfeuerwehr aufgefahrenen Fahrzeuge so neu, dass selbst Kreisbrandmeister Andy Dorroch sie noch nicht kannte.

5704 Mitglieder zu Jahresbeginn

178 Delegierte hatten die 44 Mitgliedsfeuerwehren – 40 Freiwillige Feuerwehren und vier Werkfeuerwehren – des Kreisfeuerwehrverbands nach Ludwigsburg entsandt, berichtete der Verbandsvorsitzende Klaus Haug, Kommandant der Feuerwehr Hessigheim. Zum Jahreswechsel hatte der Verband 5704 Mitglieder, darunter 3343 aktive freiwillige Feuerwehrleute. Auch 241 Frauen machen derzeit bei den Feuerwehren mit.

In den Jugendabteilungen betreute man zum Jahreswechsel 900 Kinder und Jugendliche. Immerhin konnten im letzten Jahr 80 Mitglieder der Jugendfeuerwehren in die aktiven Abteilungen übernommen werden. Neben der elften Ausgabe des Verbandsmagazins stand 2017 der von Hanna Fischer, Absolventin der Filmhochschule Ludwigsburg, gedrehte professionelle Image-Film im Mittelpunkt der Verbandstätigkeit. Er ist über die Homepage des Kreisfeuerwehrverbands abrufbar.

Daneben bemüht sich der Verband, so Haug, das Ehrenamt bei der Feuerwehr attraktiver zu machen, indem er bei den Trägern der Feuerwehren, den Gemeinden, dafür wirbt, den Feuerwehrangehörigen zum Beispiel beim Erwerb der erforderlichen LKW-Führerscheine oder bei der Vergabe gemeindeeigener Baugrundstücke finanziell entgegen zu kommen.

Kreisbrandmeister Andy Dorroch berichtete von der Fertigstellung des Schieneneinsatzplanes, der von allen „Blaulichtorganisationen“ in den letzten zwei Jahren erarbeitet worden sei und jetzt an die Gemeinden gehe. Inspiriert wurde das Planwerk durch das Bahnunglück in Bad Aibling vor zwei Jahren. Es soll die Chaosphase, so Dorroch, nach einem Schienenunfall so kurz wie möglich halten.

Mit den Fragen „Was ist Ausbildung? Was muss ein Feuerwehrmann können?“ schnitt der Kreisbrandmeister eine Problematik an, die die Mehrheit der Kreisbrandmeister im Lande und die Landesregierung schon beantwortet glauben.

Grundtätigkeiten beherrschen

Dorroch geht es darum, dass die Grundtätigkeiten von jedem Feuerwehrangehörigen beherrscht werden sollen. Allgemein herrscht die Annahme, wer das Leistungsabzeichen ablege, werde schon alles können. Dorroch ist hier offensichtlich anderer Meinung und hat jetzt vom Landesbranddirektor die Hausaufgabe bekommen, seine Ideen näher zu erläutern.

Bei der Pressearbeit möchte die Feuerwehr im Landkreis enger mit der Polizei zusammenarbeiten. Das gilt auch für die neu gegründete „Zwitschergruppe“, die den Twitter-Gerüchten, die während oder nach einem großen Feuerwehreinsatz die sozialen Medien beherrschen, harte Fakten entgegen stellen will.

Eine besondere Überraschung hatte Dorroch für seinen Chef im Landratsamt, den Ersten Landesbeamten Jürgen Vogt, dabei. Der war einer der wenigen „Zivilisten“ unter den in blaues Uniformtuch gekleideten Versammlungsteilnehmern. Jürgen Vogt sei seinem Vornamen entsprechend – der Name Jürgen kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet Arbeiter – ein echter „Schaffer“, der bei großen Einsätzen stets dabei sei. Er bekam daher von seinem Kreisbrandmeister ein „Schaffhäs“, sprich eine Einsatzjacke, geschenkt, mit der es ihn auch nicht mehr so frieren werde wie neulich beim Brand einer Flüchtlingsunterkunft in Kornwestheim.

www.kfv-ludwigsburg.de

Ehrungen von Kreis, Land und Bund

Die silberne Ehrenmünze des Kreisfeuerwehrverbands (KFV) Ludwigsburg überreichte Verbandsvorsitzender Klaus Haug an Uwe Dralle (Feuerwehr Ditzingen, Ausbilder) und Jürgen Rometsch (Feuerwehr Gerlingen, Ausbilder).

Das Ehrenzeichen des KFV Ludwigsburg erhielten Martin Gutscher, und Bernd Merk, beide von der Feuerwehr Hardt- und Schönbühlhof.

Die Ehrenmünze des KFV Ludwigsburg bekamen Jörg Behrendt (Feuerwehr Remseck) und Matthias Henke (Feuerwehr Korntal-Münchingen) überreicht.

Die Ehrenmedaille in Silber des Landesfeuerwehrverbands Baden-Württemberg erhielten Henrik Bürkert (Feuerwehr Vaihingen, stellvertretender Kommandant und Ausbilder), Stefan Fritz (Feuerwehr Asperg, Kommandant und Gefahrgut-Ausbilder), Alexander Huppert (Feuerwehr Ludwigsburg, zweiter stellvertretender Kommandant), Volker Mayer (Feuerwehr Ludwigsburg, Abteilungskommandant Neckarweihingen) und Jochen Reuschle (Feuerwehr Besigheim, stellvertretender Kommandant).

Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze wurde an Dominique Gohl (Feuerwehr Asperg, Gefahrgutausbilder), Jürgen Klein (Feuerwehr Ludwigsburg) und Klaus Pressel (Feuerwehr Marbach) verliehen.

Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber erhielten Jürgen Beck (Feuerwehr Oberstenfeld, Kommandant und Ausbilder), Jochen Feyerabend (Feuerwehr Besigheim, Kommandant, Sprechfunkausbilder und stellvertretender Kreisbrandmeister), Achim Neidel (Feuerwehr Sersheim, ehemaliger Kommandant), Michael Roock (Feuerwehr Ludwigsburg, ehemaliger Kommandant) und Michael Schray (Feuerwehr Oberriexingen, Kommandant). will

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