"Das ist für Sie die letzte Chance, in Freiheit zu bleiben." Diesen Satz aus der Begründung seines Urteils von einem Jahr und neun Monaten Jugendstrafe auf Bewährung muss sich ein 21-Jährger aus der Ludwigsburger Oststadt gut merken. Seine drei Einbruchsdiebstähle waren nicht die ersten, und das Ludwigsburger Jugendschöffengericht hat bei ihm auch nicht zum ersten Mal schädliche Neigungen erkannt.

Die drei Einbrüche brauchte der junge Einbrecher vor Gericht erst gar nicht groß abzustreiten. Erstens war er von Videoüberwachungskameras gefilmt worden, und zweitens hatte er DNA-Spuren hinterlassen. In der Nacht vom 8. November 2013 kam er mit einem Kumpel aus einem Ludwigsburger Club. Der Kumpel, sagte der Angeklagte vor Gericht, habe gemeint, auf der Karlshöhe gebe es etwas zu holen. Fest stand, dass ein Stein in der Scheibe des dortigen Gebrauchtwarenladens landete, und dass aus dem Tresorraum 300 Euro, die Schlüssel für den Transporter, das Navigationsgerät daraus sowie eine Digitalkamera gestohlen wurden. Anschließend wurden im Werkstattladen eine zweite Digitalkamera und zwei Notebooks erbeutet. Den Gesamtwert des Diebesgutes schätzte die Polizei auf 3300 Euro. Den Gesamtsachschaden auf der Karlshöhe bezifferte sie auf rund 2000 Euro.

In der Nacht vom 15. März letzten Jahres warf der Angeklagte einen Stein in die Scheibe des Frisör-Ladens, erbeutete dort 100 Euro und verursachte Sachschaden in etwa gleicher Höhe. Den Stein schmetterte er in derselben Nacht in die Scheibe einer Therapie-Praxis. Dort nahm er 50 Euro und die Autoschlüssel für einen BMW an sich. In der Praxis entstand laut Anklage ein Sachschaden von etwa 2000 Euro. Weil sowohl ein Nachbar des Frisörs als auch ein Nachbar der Praxis der Polizei ein Scheiben-Klirren gemeldet hatten, wurde der Angeklagte in der Nähe der Praxis festgenommen. Dabei beleidigte er vier Polizeibeamte.

Ein Polizeibeamter berichtete als Zeuge von noch drei weiteren Einbruchsdiebstählen nach der gleichen Methode. Aber um diese Taten dem Angeklagten zuzuordnen, fehlten die Beweise. Die Sache auf der Karlshöhe passierte nur drei Tage, nachdem der Angeklagte in Ludwigsburg wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall verurteilt worden war. Der Ankläger sah bei dem 21-Jährigen ein "hohes Maß an krimineller Energie" und die "Neigung, anderen zu schaden". Ohne "Warnschussarrest" wollte er keine Bewährung mehr geben.

Das Jugendgericht sah aber keinen Sinn im Arrest. Es stellte den Angeklagten stattdessen für drei Jahre unter strenge Bewährung. Er muss einen Vertrag über eine Erwerbstätigkeit oder einen Ausbildungsplatz vorlegen und alle Bemühungen darum nachweisen.