Ludwigsburg Ein wahrer Barde des "Celtic Rock"

Der bretonische Sänger und Harfenist Alan Stivell präsentierte im Forum in Ludwigsburg den ganzen Zauber keltischer Musik.
Der bretonische Sänger und Harfenist Alan Stivell präsentierte im Forum in Ludwigsburg den ganzen Zauber keltischer Musik. © Foto: Ferdinando Iannone
Ludwigsburg / BETTINA NOWAKOWSKI 27.05.2014
Mit Alan Stivell war eine Legende des "Celtic Rock" am Sonntagabend zu Gast bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Der Sänger und Harfenist wurde von seinen Fans begeistert gefeiert.

Der Applaus war schon euphorisch, als Alan Stivell mit seiner Band die Bühne betrat und noch keinen einzigen Ton gespielt hatte. Die Begeisterung seiner Fans hielt während des zweistündigen Konzerts bis zu den stehenden Beifallsbekundungen und drei Zugaben am Ende der Veranstaltung an. Nur selten ist der 70-jährige bretonische Sänger und Harfenist auf deutschen Bühnen zu sehen. Alan Stivell gilt seit mehr als 40 Jahren als Wegbereiter und Erneuerer der keltisch-bretonischen Kultur und führender Musiker des "Celtic Rock", in dem traditionelle Folk-Instrumente wie Dudelsack, Violine und "Tin Whistle" in Verbindung mit E-Gitarre, Drums und Percussions der keltischen Musik neuen Aufschwung gaben. Speziell mit seiner keltischen Harfe prägte er diesen Sound, der nicht nur die bretonische Musikszene neu belebte, sondern zur Weltmusik avancierte.

Auch das Konzert am Sonntagabend im ausverkauften Forum spiegelte die musikalische Vielfalt von Alan Stivell wieder. Unterstützt von erstklassigen Musikern wie Gaëtan Grandjean (Gitarren, Gesang), Loumi Séveno (Violine, Viola, Bodhrán) und Marlon Soufflet (Drums, Percussion) zeigte der Multi-Instrumentalist nicht nur an seiner elektrisch verstärkten Harfe, sondern auch auf dem Dudelsack und an den Flöten, wie intensiv keltische Lieder in ihrer Aussagekraft wirken können.

Die ausdrucksvolle Stimme von Alan Stivell charakterisiert ihn im wahrsten Sinne des Wortes als den keltischen Barden, der von melancholisch berührend bis mitreißend kämpferisch bekannte Songs wie in "Brian Boru" interpretierte. Zu den Höhepunkten gehörte sicher "Tri Martolod", eine der drei Zugaben am Ende des Abends.

Den Hörgenuss trübte allerdings - wieder einmal - die leider unzureichende Tontechnik: Zu oft war der explizite Klang der Harfe übersteuert, das Violinen- und Gitarrenspiel, manchmal auch der Gesang, wiederum zu leise. In den ruhigeren Songs war der Zauber der keltischen Melodien, die den Zuhörer geradezu mystisch-meditativ davontragen können, durchaus spürbar. In den rockigeren Passagen allerdings sorgte die Tonabmischung eher für einen voluminösen, oftmals zu lauten Klangteppich, in dem manche feinen Töne leider untergingen. Ein Manko, das so exzellenten Musikern wie Alan Stivell und seiner Band und erst recht ihrer außergewöhnlichen und faszinierenden Musik nicht gerecht wird. Nichtsdestotrotz war es etwas Besonderes, den Altmeister des keltisch-bretonischen Folk-Rocks live zu erleben und sich zumindest zeitweise von der unsterblichen Magie dieser Musik berühren lassen zu können.

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