Ludwigsburg Ein Klares Votum für die Stadtbahn

Ludwigsburg / GÜNTHER JUNGNICKL 23.11.2015
Nach jahrelangen Diskussionen hat sich der Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik einstimmig für den Bau einer Stadtbahnstrecke zwischen Remseck und Markgröningen ausgesprochen.

Es war so etwas wie eine historische Entscheidung, als der Ausschuss für Umwelt und Technik am Freitag ein klares Votum für den Bau einer ÖPNV-Verbindung quer durch den Südkreis Ludwigsburg abgab. Von Remseck-Aldingen über den Ludwigsburger Busbahnhof und Möglingen bis nach Markgröningen sollen in Zukunft Hochflurzüge der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) verkehren. Aber nur dann, wenn alle beteiligten Kommunen dazu Ja sagen.

Erhebliche "Knackpunkte" sind dabei noch der Zentrale Busbahnhof (ZOB) und der Schillerdurchlass in Ludwigsburg. Denn Untersuchungen der Stadt hatten ergeben, dass die Einrichtung einer zweigleisigen Hochflurhaltestelle am ZOB zu starken Einschränkungen im Busverkehr führen würde. Wegen des erhöhten Platzbedarfs müssten einige Bushaltestellen entfallen. Das Urteil: "Die Funktionstüchtigkeit des Busbahnhofs würde erheblich leiden." Allenfalls ein eingleisiger Hochbahnsteig wäre denkbar.

Auch die Stadtbahntrasse im Schillerdurchlass ist schwierig. Denn die relativ großen Radien der SSB-Hochflurbahnen erfordern eine fast diagonale Gleisführung in diesem Durchlass. Auch könnten ihn in Spitzenzeiten 30 Prozent weniger Kraftfahrzeuge passieren, und während der Durchfahrt einer Straßenbahn müsste gleichzeitig der gesamte Straßenverkehr gestoppt werden. "Das ist nicht realisierbar", sagt deshalb die Stadtverwaltung.

Um die Konflikte am ZOB und am Schillerdurchlass zu umgehen, wurde jedoch gemeinsam mit der SSB eine Alternative entwickelt. Dazu soll eine Trennung der Linie in zwei Streckenabschnitte untersucht werden: Aldingen-ZOB und Ludwigsburg Bahnhof Westausgang-Möglingen-Markgröningen (die BZ berichtete). Den Schillerdurchlass dürften die Straßenbahnen dann nur während der verkehrsarmen Zeiten direkt passieren.

Die Finanzierung eines solchen Projekts ist nur mit staatlichen Fördermitteln nach dem Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz (GVFG) möglich. Deshalb ist es wichtig, dass alle Betroffenen sich jetzt planerisch sehr schnell einigen. Die SSB hat großes Interesse daran, die Strecke ihrem Netz anzufügen und der Landkreis ist nach der Entscheidung in der Lage, sich voll in die Planungen einzubringen. Es werde jetzt an den Kommunen liegen, hieß es nach dem Beschluss des Ausschusses, ob in absehbarer Zeit ein Antrag zur Bezuschussung gestellt werden kann. Dazu müssen aber vor allem die Probleme in Ludwigsburg gelöst werden.

Der frühzeitig ermittelte hohe Kosten-Nutzen-Faktor 1,4 lässt immerhin darauf schließen, dass diese Stadtbahnlinie ein Erfolg wird.