Ludwigsburg ECE stellt aktualisierte Pläne fürs Marstallcenter vor

So stellen sich die Planer das Innere des neuen Marstallcenters vor. Steigbügel, Hufeisen und Pferdeköpfe erinnern an die einstige Nutzung.
So stellen sich die Planer das Innere des neuen Marstallcenters vor. Steigbügel, Hufeisen und Pferdeköpfe erinnern an die einstige Nutzung. © Foto: ECE-Projektmanagement
UWE MOLLENKOPF 30.11.2013
Außen Naturstein, innen vielleicht Pferdeköpfe und Hufeisen - zwei der Elemente, mit denen Eigentümer ECE das Marstallcenter in Ludwigsburg wieder attraktiv machen will. Der Bauantrag ist bereits eingereicht.

Die Ludwigsburger Stadträtin Helga Schneller (Freie Wähler) war bei der Eröffnung des Marstallcenters vor fast 40 Jahren dabei und war begeistert von dem damals aufsehenerregenden neuen Einkaufszentrum. Ihr Kollege Peter Griesmaier von der SPD kann sich ebenfalls an die Anfangszeiten erinnern und sagt: "Ich war schon immer gegen dieses Ungetüm." Beiden ist jedoch gemeinsam, dass sie nun die neuen Pläne der ECE begrüßen, mit denen diese dem heruntergekommenen Einkaufstempel neues Leben einhauchen will.

Im Ausschuss für Bauen, Technik und Umwelt stellten Vertreter der ECE am Donnerstag ihre neuesten Pläne für das Marstallcenter vor. Die ECE hat ihren Bauantrag vor drei Wochen eingereicht und hofft nun auf einen positiven Bescheid der Stadt für das 90-Millionen-Euro-Projekt. Nach den Worten von Christian Scheuerl, Development Manager im ECE-Projektmanagement, ist im Inneren unter anderem eine Begradigung und Vereinheitlichung der Ladenstraße vorgesehen. Um dem Einkaufszentrum einen individuellen Charakter zu geben, gibt es Überlegungen, Elemente anzubringen - Pferdeköpfe, dunkles Holz, Hufeisen -, die an die einstige Nutzung des Marstalls als Pferdestall zu Herzogs Zeiten erinnern.

Als "Ankermieter" sollen Saturn und Rewe die Kunden anlocken, so wie früher Karstadt und C&A. Weitere Namen wollte Scheuerl mit Blick auf laufende Verhandlungen noch keine nennen. Unter anderem sei aber noch ein weiteres Lebensmittelgeschäft - ein Discounter - vorgesehen. Insgesamt soll das Einkaufszentrum auf zweieinhalb Ebenen über eine Verkaufsfläche von rund 23 000 Quadratmeter mit rund 60 Läden sowie einem Gastronomie-Bereich mit Cafés und Restaurants verfügen.

Mit Blick auf das Äußere ist die ECE seit einem halben Jahr dabei, Ideen zu entwickeln, wie die Betonfassade wieder an die Umgebung angepasst und einladend gestaltet werden kann. Wie Architekt Kay Miksch erklärte, soll der schräge Eingang Richtung Holzmarkt gerade gerückt und hell gestaltet werden. Die bunkerartige Seite zur Kronenstraße hin soll mit Schaufenstern versehen und zur "Flaniermeile" werden. Aus der Treppe am Reithausplatz würde ECE gerne eine Art "Spanische Treppe" machen.

Eine wichtige Rolle für die neue Fassade spielen Farbgebung und Materialien. Durch helle Natursteine, Glas und Gitterelemente soll das Einkaufszentrum einen Charakter erhalten, der es im Ludwigsburger Stadtbild weniger als Fremdkörper wirken lässt. Vor allem die Südfassade soll aufgewertet werden, aber auch die anderen Seiten werden umgestaltet. Ludwigsburgs Baubürgermeister Michael Ilk fasste die Bemühungen so zusammen: "Sie haben einen Elefanten übernommen und versuchen, eine Gazelle daraus zu machen."

Übersichtlicher soll die Tiefgarage mit ihren 650 Stellplätzen werden. Die Zufahrt wird umgebaut, beide Ebenen sollen getrennt angefahren werden können. Die verwirrende Situation, dass Autofahrer am Eingang nicht wissen, welche Spur sie nehmen müssen, soll der Vergangenheit angehören.

Was die Umgestaltung der Fassaden der Wohntürme anbelangt, so steht eine Entscheidung der Eigentümer noch aus. Kommende Woche soll dazu ein Gespräch stattfinden.

Schon im Dezember will die ECE mit kleineren Abbruchmaßnahmen beginnen: Im Bereich von C&A und Karstadt werden die abgehängten Decken und Trennwände entfernt. Ab März/April sollen die größeren Brocken folgen. Bis zum Sommer soll das weg sein, was vom Bestand nicht mehr benötigt wird. Dann soll die Neugestaltung beginnen.

Im Ausschuss wurde das Vorhaben sehr positiv aufgenommen, auch wenn es zu einzelnen Punkten noch Fragen und Anregungen gab. Vor allem die Öffnung nach außen war den Stadträten ein Anliegen. Insbesondere wurden weitere Verbesserungen an der Nordfassade angemahnt, was allerdings aus statischen Gründen schwierig ist.

Ziel der ECE ist die Eröffnung im September 2015. Das Hamburger Unternehmen ist zuversichtlich, dass das zu schaffen ist. Schließlich seien bislang 99 Prozent der ECE-Filialen pünktlich fertig geworden, sagte Manager Christian Scheuerl im Bauausschuss.