Gericht Drogenfälle häufen sich im Kreis

Kreis Ludwigsburg / Bernd Winckler 06.09.2018

Hinsichtlich Drogen und Waffenverbrechen kommt der Kreis Ludwigsburg nicht zur Ruhe. Erst vor einem dreiviertel Jahr hat das Stuttgarter Landgericht einen Ludwigsburger Gastwirt und drei seiner Komplizen wegen Drogen- und Waffenhandel zu Haftstrafen bis zu zwölf Jahren abgeurteilt. Dabei ging es um Rauschgift bis zu 50 Kilo (die BZ berichtete). Zudem verhandelt eine Stuttgarter Strafkammer derzeit gegen acht Rocker-Mitglieder wegen Rauschgifthandels und anderer Straftaten im Stammheimer Sicherheits-Gerichtssaal.

Kokain aus den Niederlanden

Jetzt sitzt ein aus den Niederlanden stammender 28-Jähriger mit letztem Wohnsitz Pleidelsheim auf der Anklagebank der 19. Großen Strafkammer am Stuttgarter Landgericht, laut Anklage wegen Rauschgifthandel, Waffenbesitz und räuberischer Erpressung. Er soll seit Ende 2015 mit zwei bereits zu hohen Strafen verurteilten Mittätern Kokain aus den Niederlanden geholt und an einen Abnehmer nach Marbach geliefert haben. Des Weiteren soll er gemeinsam mit einem Komplizen im April 2016 in Pleidelsheim einem seiner Drogen-Abnehmer mehrere halbautomatische Selbstladefeuerwaffen, Munition und Einsteck-Magazine zum Einzelpreis von 1500 Euro verkauft zu haben. Zudem geht es in dem auf mehrere Tage angesetzten Mammutverfahren um Bedrohungen gegen einen seiner Kunden. Der habe ihm rund 24 000 Euro geschuldet, woraufhin er im Mai 2016 bewaffnet mit einem Freund bei dem Schuldner in dessen Pleidelsheimer Wohnung eingebrochen sei und dessen Tresor mit darin befindlichem Rauschgift im Wert von 10 000 Euro und 500 Ecstasy-Tabletten geraubt habe.

Viele Drogendelikte

Dies ist nicht der einzige Prozess gegen Drogendealer im Kreis. „Die Vorfälle in und um Ludwigsburg häufen sich“, kommentiert Jan Holzner, Sprecher der Stuttgarter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für das organisierte Verbrechen. Nachdem Ende letzten Jahres Beamte der Ludwigsburger Polizeihundeführerstaffel einen 33-Jährigen in einem Taxi kontrollierten, schluckte dieser 20 Heroinplomben. Bei den weiteren Ermittlungen stießen die Fahnder auf einen 34-jährigen Kornwestheimer, in dessen Wohnung 1,2 Kilo Heroin und 18 000 Euro mutmaßliches Drogengeld gefunden wurden. November 2017 wurden drei weitere Drogendealer aus dem Rockermilieu in Asperg festgenommen, denen die Staatsanwaltschaft neben dem Drogenhandel auch Körperverletzungen gegen verfeindete Rocker und Waffenbesitz vorwirft.

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