Ludwigsburg Doppelstrategie als Maßnahme gegen Fahrverbote

Ludwigsburg / bz 04.08.2018

Auch die Stadt Ludwigsburg steht beim Thema Fahrverbote im Fokus. Denn der gemessene Stickstoffdioxid-Wert lag im Jahresmittel 2017 mit 51 Mikrogramm pro Kubikmeter noch über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm. Mit dem jetzt vorgelegten Green City Masterplan (GCM) zeigt die Stadt, mit welchen Maßnahmen sie diesen Grenzwert bis spätestens 2020 erreichen wird, um Fahrverbote zu vermeiden (die BZ berichtete). „Ein wesentlicher und unverzichtbarer Baustein des Green City Masterplans ist die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs – und damit die bereits beschlossene Doppelstrategie“, betont Oberbürgermeister Werner Spec, wie die Stadtverwaltung schreibt.

Ludwigsburg setzt im GCM auf vier wesentliche Säulen: erstens die schnelle Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), zweitens die Elektromobilität, drittens die Digitalisierung der Verkehrsleitsysteme sowie viertens den Ausbau der Radwege-Infrastruktur.

Aufgabenbereich der Stadt

Für den ersten Teil der Doppelstrategie, der Reaktivierung der Markgröninger Bahn sowie die Einführung der Schnellbusse, ist die Stadt Ludwigsburg in Absprache mit den Projektpartnern verantwortlich. Zusätzlich besteht die Doppelstrategie aus einer weiteren längerfristigen Komponente: der Realisierung einer Niederflur-Stadtbahn. Hierfür hat der Landkreis Ludwigsburg die Planungshoheit. Wie die Stadt schreibt, bedauert Oberbürgermeister Spec, dass dieser offensichtlich mit immer neuen Varianten von der bereits vereinbarten Doppelstrategie abweicht. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten in den letzten Monaten mit höchster Intensität an den Planungen für die Doppelstrategie gearbeitet, heißt es in der Mitteilung weiter. Damit weist Spec auch Spekulationen zurück, eine schnelle Reaktivierung der Eisenbahnstrecke sei unrealistisch: Unmittelbar nach der Sommerpause werde die Stadt den detaillierten Zeit- und Maßnahmenplan vorstellen.

Auf der reaktivierten Bahnstrecke sollen Fahrzeuge mit Elektroantrieb zum Einsatz kommen. Am Markt gibt es hierzu bereits zwei Varianten: Entweder die Fahrzeuge haben einen Stromabnehmer und können unter Oberleitung eine zusätzliche Batterie aufladen, um die oberleitungsfreien Abschnitte auf der Markgröninger Bahn zu überwinden. Oder die Fahrzeuge besitzen eine Brennstoffzelle, um damit den Strom selbst zu erzeugen und die Batterie zu laden. Sie benötigen durchgängig keine Oberleitungen. Auch hier wolle man zeitnah in enger Abstimmung mit den Projektpartnern eine entsprechende Entscheidung für den passenden Fahrzeugtyp treffen.

Bürgermeister Michael Ilk merkt kritisch an, seit der Programmanmeldung zur Förderung der Stadtbahn seien die Maßnahmen zur Umsetzung einer Niederflurbahn keinen Schritt vorangekommen. Der Ludwigsburger Gemeinderat dagegen hat sich in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 25. Juli klar zur beschlossenen Doppelstrategie und auch zur Niederflur-Stadtbahn als deren langfristigen Baustein bekannt.

Hintergründe: Fahrverbot und Green City Masterplan

Die Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) setzt darauf, auf richterlichem Weg Fahrverbote zum Bestandteil der Luftreinhaltepläne zu machen. Fahrverbote sind in Städten möglich, die beim Stickstoffdioxid den gesetzlichen Höchstwert nicht einhalten können. Auch in Ludwigsburg – obwohl es in den letzten zehn Jahren gelungen ist, den Stickstoffdioxid-Wert von 81 auf 51 Mikrogramm pro Kubikmeter zu senken. Im Green City Masterplan (GCM) beschreibt die Stadt Ludwigsburg alle Maßnahmen, die sie unternehmen wird. Der GCM ist außerdem Voraussetzung, um weitere Förderanträge für das Sofortprogramm „Saubere Luft“ der Bundesregierung zu stellen. bz

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