Strafvollzugsmuseum Die Stadt erhöht Zuschüsse für das Justizmuseum

Ludwigsburg / Uwe Roth 08.02.2018

Das Strafvollzugsmuseum in Ludwigsburg kann weiter seine Miete zahlen und muss nicht schließen. Der Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung des Gemeinderats hat am Dienstag einen weiteren Zuschuss in Höhe von 6000 Euro einstimmig genehmigt. Die Stadt erhöht damit ihren bisherigen Förderbeitrag auf 19 000 Euro im Jahr.

Alle Fraktionen betonten, dass das Geld gut angelegt sei. Das Museum habe eine über die Stadt hinausgehende Bedeutung.

Heinz Layer ist seit 27 Jahren Vorsitzender des Trägervereins. In der Sitzung zeigte er sich sichtlich erleichtert, dass mit dieser Zustimmung die weitere Existenz der in Deutschland einmaligen Einrichtung gesichert sei.

Jahreszuschuss erhöht

Das Justizministerium hatte bereits seinen Jahreszuschuss von 20 000 Euro um 6000 angehoben. Der Verein war in akute Geldnöte geraten, weil er künftig 12 000 Euro Miete im Jahr bezahlen muss. Bislang war das Museum im ehemaligen Gefängnisgebäude in der Schorndorfer Straße unweit des Barockschlosses wegen eines sogenannten Nießnutzrechts mietkostenfrei untergebracht. Mit den zusätzlichen Fördermitteln ist dieser Betrag nun gesichert.

Wie Layer betonte, fehle für Fachpersonal weiterhin dringend benötigtes Geld. CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Herrmann signalisierte wegen „der Besonderheit des Museums“ eine grundsätzliche Bereitschaft, über weitere Finanzierungsfragen zu sprechen, um dem Verein eine gesicherte Zukunft zu geben. Der seitherige Museumsleiter Erich Viehöfer ist im Ruhestand, aber seit zwei Jahren auf Honorarbasis weiterhin voll im Einsatz (die BZ berichtete). Unterstützt wird er von Aushilfskräften, die sonntags den Museumsbetrieb am Laufen halten. Unter der Woche ist momentan eine Öffnung wegen fehlender Personalkosten nicht möglich. In der zweiten Hälfte dieses Jahres will der Historiker aber endgültig aufhören.

Bezahlung noch ungewiss

Doch wie ein Nachfolger bezahlt werden soll, der fachlich den Erwartungen der Geldgeber entsprecht, steht noch in den Sternen. Nach dem Wunsch der Landesregierung soll die ständige Sammlung erweitert werden. Doch das erfordert eine wissenschaftlich ausgebildete Fachkraft, die mehr kann, als Besucher durch die auf zwei Stockwerken verteilten Räume zu führen.

Der Trägerverein kann allenfalls eine Halbtagsstelle finanzieren, so der Vereinsvorsitzende. Eine wesentliche Einnahmequelle sind neben den öffentlichen Zuschüssen Bußgelder. Im Jahr 2015 kamen auf diese Weise rund 21 000 Euro und 2016 etwa 9500 Euro in die Vereinskasse. Bei solchen Schwankungen sei eine Personalplanung nicht möglich, heißt es von der Verwaltung.

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