Die Architektenkammer Baden-Württemberg hat sich wieder auf die Suche nach vorbildlicher Architektur im Landkreis Ludwigsburg gemacht. Das Ergebnis des Wettbewerbs "Beispielhaftes Bauen Landkreis Ludwigsburg 2006-2013" wurde am Mittwoch im Landratsamt Ludwigsburg verkündet.

Eingereicht werden konnten Objekte im Landkreis, die im Zeitraum von 2006 bis 2013 fertiggestellt wurden. Von den darauf gemeldeten 84 Gebäuden erhielten 17 das Prädikat "beispielhaft". Eine sechsköpfige Jury, zusammengesetzt aus drei Fachjuroren und drei Sachjuroren, beriet sich am 26. und 27. September unter Vorsitz des Vorstands der Architektenkammer Baden-Württemberg, Christof Lutz, über die Wettbewerbsbeiträge. 28 Bauten kamen zunächst in die engere Auswahl. Diese nahm die Jury dann genauer in Augenschein und vergab zuletzt 17 Auszeichnungen. "Diese wurden jedoch nicht weiter platziert, da die Arbeiten aus unterschiedlichen Bereichen stammen und somit schwer vergleichbare Bauaufgaben beinhalten", erklärte Carmen Mundorff, Sprecherin der Architektenkammer. "Die Bandbreite der eingereichten Bauten ist groß". Von Industrie- und Gewerbebauten über Wohnhäuser bis hin zu Innenraumgestaltungen sei alles dabei gewesen.

Äußere Gestaltung, Maß und Proportion des Baukörpers, die Raumbildung, Zweckmäßigkeit, und die Angemessenheit der Mittel und Materialien legte die Jury als Kriterien zugrunde. Wesentlicher Aspekt sei zudem, so Mundorff, die Einfügung des Objektes in die Umgebung, der städtische Rahmen und die Umwelt. Da zunehmend im Bestand gebaut werde, sei die Eingliederung in die Nachbarschaft von besonderer Bedeutung.

In Bietigheim wurde der Architekt Kai Dongus mit zwei Objekten ausgezeichnet. Neben der Sanierung eines Wohnhauses erhielt auch das 2012 fertig gestellte Zentrale Jugendhaus aus Bietigheim-Bissingen eine Prämierung. Die Jury begrüßte hier die "hervorragende" Einfügung des strengen Gebäudes in die Landschaft und die umgebende Bebauung. Zudem widerspreche die zurückhaltende Ästhetik und die schwarze Farbgebung der gängigen Vorstellung eines Jugendzentrums und biete somit einen Charakter, den Jugendliche mögen könnten, so der Architekt und Juror Axel Walk. Auch das 2012 von BFK Architekten errichtete Bürogebäude der Winkels Getränke Logistik GmbH in Sachsenheim erhielt die Auszeichnung "beispielhaft". Der gläserne Kubus, dessen Fassade mit hellgrauen und hellblauen Metallelementen aufgelockert ist, wirke wie ein transparenter und kompakter Bau, so Walk. Sowohl die Innenräume als auch die äußere Wirkung wurden als "wohltuende Initiative in einem Gewerbegebiete" gelobt. Zudem sei das Verwaltungsgebäude durch einen architektonischen Anspruch gekennzeichnete, der auch auf den Bauherren zurückzuführen sei. Insgesamt habe das Verfahren ein sehr gutes Bild von der Baukultur im Landkreis gegeben, so Mundorff. " Die Jury war sehr streng, aber mit Recht. Das Ergebnis ist demnach sehr hochwertig" erklärt Matthias Crzimek, Vorsitzender des Kammerbezirks Stuttgart. Auch Landrat Dr. Rainer Haas gehörte zu den Prämierten. Er wurde als Bauherr für den Anbau des Kreishauses ausgezeichnet.

Ziel des Auszeichnungsverfahrens ist es, gut gestaltete Architektur aus allen Lebensbereichen aufzuzeigen. Dadurch sollen weitere Impulse für die positive Entwicklung der Baukultur im Landkreis gegeben werden. Am 3. Februar werden die Bauherren und Architekten mit Urkunden und Plaketten gewürdigt. Die Jury und Mundorff betonten, die Auszeichnungen seien Bestätigungen für langwierige Bauprozesse und für das gemeinsame Engagement von Bauherren und Architekten.