Bilanz Das Gesamtergebnis fiel um 33,6 Millionen

Ludwigsburg / Uwe Roth 11.07.2018

Die neue Finanzdezernentin des Landkreises Bettina Beck hat ihren ersten Jahresabschluss, mit dem sie am Montag im Verwaltungsausschuss des Kreistags durchweg Freude ausgelöst hat: Das Gesamtergebnis mit 21,4 Millionen Euro fiel im vergangenen Jahr um 33,6 Millionen Euro höher aus als erwartet.

Die Rücklagen des Landkreises erhöhten sich dadurch auf rund 126 Millionen Euro. Bei der Planung war in der Gesamtergebnisrechnung mit einem Minus von 12,3 Millionen Euro gerechnet worden.

Lang anhaltende Steigerung

CDU-Fraktionschef Manfred Hollenbach sagte, in seinen mehr als 50 Jahren in der Kommunalpolitik habe er „noch nie eine so lang anhaltende Steigerung“ erlebt. Seit 2010 sei das wachsende Plus bei den Einnahmen „geradezu sensationell“. Oberbürgermeister Jürgen Kessing von der SPD lobte, dass die „Erfolgsgeschichte“ unter der neuen Finanzdezernentin „nahtlos fortgesetzt wird.“

Die Summe über 21,4 Millionen Euro im Ergebnishaushalt sei nicht allein wegen gestiegener Einnahmen zustande gekommen, berichtete Beck. Ebenso habe es Einsparungen auf der Ausgabenseite gegeben. Besonders bemerkbar macht sich das Minus bei den Ausgaben im Bereich der Flüchtlingsbetreuung. Hier blieb der Aufwand 8,7 Millionen Euro (Personalkosten unberücksichtigt) unter der Prognose. Auch in den Bereichen Jugendhilfe und Arbeitslosengeld II ergab sich ein geringerer Aufwand von jeweils etwa 3,5 Millionen Euro.

Die Ausgaben fürs Kreispersonal blieben 0,6 Millionen Euro unterhalb des Ansatzes. Das Kreisklinikum benötigte 3,5 Millionen Euro weniger aus dem Kreishaushalt, als ursprünglich im Haushaltsplanentwurf angenommen.

Auf der anderen Seite sprudelten im vergangenen Jahr die Einnahmen aus der Grunderwerbssteuer mächtig. Es wurden 6,6 Millionen Euro mehr verbucht, als bei der Verabschiedung des Haushalts geschätzt. Dazu kamen vier Millionen Mehreinnahmen bei den Schlüsselzuwendungen. Neue Kredite mussten dagegen nicht aufgenommen werden.

Die Summe zurückgezahlter Kredite lag bei 4,4 Millionen Euro. Mehraufwendungen, die so nicht im Haushalt vorgesehen waren, gab es mit 1,4 Millionen bei den Hilfen für die Pflege. Bei der Schülerbeförderung wurden 200 000 Euro zusätzlich ausgegeben.

Die Sprecher der Fraktionen zeigten sich darin einig, dass die gute Konjunkturlage den Kreis so gut dastehen lasse. Gerd Maisch von den Freien Wählern sieht im Ergebnis aber auch den Beweis, dass der Kreistag bei seinen Entscheidungen alles richtig gemacht habe. Für ihn gehört dazu die Entscheidung, die Kreisumlage unter 30 Prozent gedrückt zu haben.

Kreishaushalt nicht geschadet

Die Kommune finanziell geringer zu belasten, habe dem Kreishaushalt nicht geschadet. Mit knapp 220 Millionen Euro seien die Einnahmen aus den 21 Gemeinden und 18 Ständen im Landkreis in der Planung geblieben.

Angesicht der Millionen-Beträge aus der Grunderwerbssteuer mahnten Brigitte Muras von den Grünen und Hans-Jürgen Kemmerle von den Linken, dass sich der Kreis mehr um die Schaffung günstigen Wohnraums kümmern solle.

Die explodierenden Steuereinnahmen seien im Wesentlichen den hohen Immobilienpreisen geschuldet. Sie wiederholten die Forderung, der Kreis solle selbst in den sozialen Wohnungsbau einsteigen.

Zahlen aus dem Jahresabschluss

21,4 Millionen Euro beträgt das Gesamtergenbnis.

126 Millionen Euro betragen die Rückstellungen des Jahresabschlusses des Kreises.

0,6 Millionen Euro betragen die Ausgaben für das Kreispersonal.

200000 Euro wurden zusätzlich bei der Schülerbeförderung ausgegeben.

4,4 Millionen Euro wurden vom Kreis an Krediten zurückgezahlt.

1,4 Millionen Euro mussten bei den Hilfen für die Pflege mehr aufgewendet werden. bz

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