Ludwigsburg/Stuttgart Chefdirigent Pietari Inkinen: "Mit mir ist alles möglich"

Große Freude über den neuen Chefdirigenten der Ludwigsburger Schlossfestspiele: (v.li.) Ludiwgsburgs Oberbürgermeister Werner Spec, Intendant Thomas Wördehoff, Pietari Inkinen, Staatssekretät Jürgen Walter.
Große Freude über den neuen Chefdirigenten der Ludwigsburger Schlossfestspiele: (v.li.) Ludiwgsburgs Oberbürgermeister Werner Spec, Intendant Thomas Wördehoff, Pietari Inkinen, Staatssekretät Jürgen Walter. © Foto: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Ludwigsburg/Stuttgart / GABRIELE SZCZEGULSKI 18.03.2014
Der neue Chefdirigent der Ludwigsburger Schlossfestspiele, Pietari Inkinen, wurde im Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Stuttgart offiziell vorgestellt. Inkinen und Intendant Thomas Wördehoff unterschrieben den Vertrag, der von 2015 bis 2017 geht.

Noch acht Stockwerke hinauf zum Ministerium für Kunst des Landes Baden-Württemberg und Pietari Inkinen ist offiziell neuer Chefdirigent der Internationalen Festspiele Baden-Württemberg, der Ludwigsburger Schlossfestspiele. Über den Dächern der Stuttgarter Königstraße unterschreibt er den Vertrag mit Thomas Wördehoff.

Der junge Finne, der so gar nicht wie ein berühmter Dirigent aussieht, sondern in seinem schwarzen Samtjackett eher wie ein schüchterner Konfirmand, klopft mit dem Fuß eine Melodie auf den Aufzugsboden. Er sei immer voller Musik, sagt er. Und zwar auf Deutsch, denn wie viele Finnen hatte auch Inkinen Deutsch in der Schule. Sein harter, typisch finnischer Akzent macht jedes seiner Worte bedeutungsvoll und es scheint, als setze er immer ein Ausrufezeichen dahinter.

Staatssekretär Jürgen Walter hatte ins Ministerium zur Vertragsunterzeichnung geladen. Denn ein Teil des 3,6-Millionen-Haushaltes der Schlossfestspiele kommen vom Land. Auch die Stadt Ludwigsburg, als zweiter großer Geldgeber, war vertreten. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Ludwigsburgs Oberbürgermeister Werner Spec, war "voller Freude", hatte doch das Aufsichtsgremium der Festspiele schon lange einen festen Chefdirigenten gewollt - und nun bekommen. "Nach dem fulminanten Abschlusskonzert war klar, dass die Zukunft des Orchesters bei Pietari Inkinen in guten Händen liegt", so Spec. Einstimmig hatte der Aufsichtsrat den Finnen zum Chefdirigenten gemacht - nach "langen Verhandlungen" mit dem gefragten 34-jährigen Musiker. Dieser sei "der aufregendste Dirigent seiner Generation", sagt Intendant Thomas Wördehoff. "Mit ihm werden wir in der Lage sein, das Profil und das Repertoire unseres Orchesters auszubauen und zu schärfen."

Für Pietari Inkinen war es vor allem das Orchester der Ludwigsburger Festspiele, das es ihm leicht gemacht hatte, den Vertrag als Chefdirigent für die Jahre 2015 bis 2017 zu unterschreiben. "Die Stimmung war so toll, man merkte den Musikern an, die machen keinen Job, die wollen auf höchstem Niveau spielen". Oberstes Ziel sei für ihn, die Klangkultur des Orchesters weiter zu entwickeln, damit eine künstlerische Individualität und Handschrift sichtbar ist. Außerdem, so der Finne, wolle er sich auch in die Programmplanung Wördehoffs einmischen oder "besser: gemeinsam entwickeln", so Inkinen. "Mit mir ist alles möglich", sagt Inkinen und meint damit, dass Grenzen zu überschreiten, Experimente zu wagen und neue Wege zu gehen, für ihn keine Probleme sind. Das kommt auch Wördehoff zu pass, der sich neue Impulse durch die Zusammenarbeit erhofft.

Pietari Inkinen will unter anderem Komponisten wie Anton Bruckner und Richard Strauss auf den Spielplan der Schlossfestspiele setzen. Außerdem natürlich seinen Landsmann Sibelius. "Sibelius hat in meiner Heimat dafür gesorgt, dass die Musik gefördert wird und er festigte auch meine Identität", sagt Inkinen. 30 Sinfonieorchester gäbe es im 5,4-Millionen-Einwohner-Land Finnland und fast alle hätte er dirigiert, im Alter von 14 Jahren das erste große Orchester. "Für die Schlossfestspiele habe ich einen Haufen Ideen", sagt Inkinen, und man merkt, das ist ein Versprechen.

Pietari Inkinen: Leben
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