Ludwigsburg CDU vor Personalproblem

Werner Spec (parteilos) wird nicht mehr auf CDU-Ticket in die Regionalversammlung einziehen.
Werner Spec (parteilos) wird nicht mehr auf CDU-Ticket in die Regionalversammlung einziehen. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / BZ 27.09.2013
Was für die SPD der Kreisparteitag ist, ist für die CDU die Ortsvorsitzendenkonferenz. Dort war die Laune nach der Bundestagswahl erwartungsgemäß bestens. Allerdings gab es auch ein paar personelle Überraschungen.

Traditionell treten am Mittwoch nach einer Wahl die Vorsitzenden der CDU-Ortsverbände und Vereinigungen zu einer Ortsvorsitzenden-Konferenz zusammen, um den zurückliegenden Urnengang zu analysieren. Diesmal gab es viel Grund zu ausgelassener Freunde, nicht zuletzt für die mit glänzenden Ergebnissen erneut direkt gewählten Abgeordneten Steffen Bilger und Eberhard Gienger. Für sie ist die Ortsvorsitzendenkonferenz ein wichtiger Pflichttermin, denn die Partei stattet die gewählten Vertreter mit den Positionen der Basis zu möglichen Koalitionsverhandlungen aus. In der Frage der Steuerpolitik ist die Haltung der Kreis-CDU eindeutiger als einzelne Signale aus der CDU-Führung (siehe Bericht auf dieser Seite).

Neben viel Lob für die Wahlkämpfer und deren überragenden Erfolg nahmen die Ortsvorsitzenden aber auch schon die Wahlen im kommenden Jahr in den Blick - sprich die Kommunalwahlen und die Europawahl am 25. Mai. Dem Kreisverband kommt in der Vorbereitung dieser Wahl auch die Aufgabe zu, im Rahmen eines Parteitages am 22. November die Ludwigsburger CDU-Kandidaten für die ebenfalls neu zu wählende Regionalversammlung zu nominieren.

Und da steht die CDU nicht nur vor einem Generationswechsel, sondern auch vor der Aufgabe, den Weggang von "ausgesprochenen Leistungsträgern", wie es heißt, zu ersetzen. "Mit Peter Huber und Manfred List werden zwei außerordentlich fachkundige Kollegen die Regionalversammlung verlassen", konstatierte Kreisvorsitzender Rainer Wieland.

Überrascht wurden die Christdemokraten aber vor allem von der Entscheidung des Ludwigsburger OB Werner Spec, ebenfalls nicht mehr für die Regionalversammlung kandidieren zu wollen. Die CDU hatte zur Regionalwahl 2009 den parteilosen Spec an die Spitze ihrer Liste gesetzt. "Es war damals auch Überzeugungsarbeit in der Partei für diesen Schritt nötig. Klar war dabei aber immer, dass sich bis zur Wahl 2014 bei vielen unserer Mitglieder eine gewisse Erwartung aufbauen würde. Ich habe große Achtung vor Werner Spec, dass er mir in Gesprächen seinen Respekt für die Gegebenheiten einer Partei und die Erwartungen von mehr als 2000 Mitgliedern bekundet hat. Und umgekehrt habe ich ebenso großes Verständnis für die Unabhängigkeit, die ihm als Person und als Oberbürgermeister seiner Stadt wichtig ist. Eine persönliche Unabhängigkeit, die übrigens nichts mit den Einschätzungen von Werner Spec über die Rolle und Bedeutung der Parteien in unserer Demokratie zu tun hat, wie er mir ausdrücklich versicherte", kommentierte Wieland.

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