Ludwigsburg CDU-Parteitag: "Zweckgemeinschaft, keine Wunschehe"

SUSANNE YVETTE WALTER 25.11.2013
Im Ludwigsburger Ratskeller fand am vergangenen Freitag der 66. CDU-Kreisparteitag statt. Im Zentrum : die Wahl der Vertreter zur Regionalversammlung und die aktuellen Koalitionsgespräche.

Nach dem 66. Kreisparteitag der CDU in Ludwigsburg steht nun fest, wer die Partei bei der Regionalversammlung in Stuttgart vertreten wird (siehe Infobox). Vor ihrer Ernennung hatten sich die Kandidaten einzeln vorgestellt. Doch vor der Wahl ist auch nach der Wahl. Und so ging es im Laufe des Abends auch um die aktuellen Koalitionsverhandlungen. Die beiden hiesigen Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger und Steffen Bilger ließen sich über die laufenden Gespräche aus.

Eberhard Gienger erklärte: "In der großen Koalition müssten von uns in den kommenden Jahren viele Klimmzüge gemacht werden. Aber als Demokraten ist es unsere Pflicht, eine stabile Regierung zu sichern, auch wenn wir uns mit der SPD auf eine Zweckgemeinschaft und nicht auf eine Wunschehe einlassen." Und Steffen Bilger ergänzte: "Auch wir haben eine Basis, die die Beschlüsse der Großen Koalition mittragen können muss. Bei der Bundestagswahl gab es keine Mehrheit für einen Politikwechsel. Die Mehrheitsverhältnisse müssen sich auch beim Koalitionsvertrag und in der Regierungsarbeit widerspiegeln."

Nach dem formalen Beginn der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD wurde der Ludwigsburger Bundestagsabgeordnete Steffen Bilger in die Arbeitsgruppe Verkehr, Bau und Infrastruktur berufen und kann an Koalitionsverhandlungen teilnehmen. Aufgabe der Arbeitsgruppe ist die Zuarbeit für die große Koalitionsrunde zu Fragen der Infrastrukturpolitik. Steffen Bilger erklärte dazu: "Es ist mir eine Freude und Ehre, an diesen wichtigen Verhandlungen beteiligt zu sein. Ich werde mich mit großem Engagement dafür einsetzen, dass wir die Weichen in den kommenden vier Jahren richtig stellen."

Für überraschende Zahlen aus dem Bereich Tourismus und Marketing in der Region sorgte Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Regio Marketing und Tourismus GmbH. In seinem Vortrag sprach er davon, dass jährlich mehrere Milliarden umgesetzt werden. "Mit 7,5 Milliarden Euro für Übernachtungen bewegen wir uns zwischen Frankfurt und Wiesbaden", ließ er die Versammlung wissen. Zielgruppe für den Tourismus hier sei besonders der Geschäftsreisende geworden, der von seinem Arbeitgeber subventioniert noch zwei freie Tage hinten dranhängt, erklärte Dellnitz.

Zu 70 Prozent besuchten deutsche Gäste die Region. 30 Prozent stammten aus den USA, aus der Schweiz, gerade jetzt, wenn die Weihnachtsmärkte starten, aus Italien, aus Indien und China. Vor allem Chinesen kämen in der letzten Zeit verstärkt in die Region.

16 Delegierte bestimmt