Ludwigsburg Brenz-Band musiziert in Peking

Die Ludwigsburger Brenz-Band während ihres China-Aufenthaltes an der Großen Mauer.
Die Ludwigsburger Brenz-Band während ihres China-Aufenthaltes an der Großen Mauer. © Foto: Brenz-Band
Ludwigsburg / BZ 06.11.2014
Die Ludwigsburger Brenz-Band aus behinderten und nicht-behinderten Musikern reiste zum internationalen Festival "makel los" nach Peking. Dort hatte sie mehrere Auftritte.

Von der Ludwigsburger Brenz-Band stammt die Idee, Musiker mit oder ohne Behinderung aus vielen Ländern zusammenzuführen. Die deutsch-schweizerische "Fondation Paix 21" hat diesen Gedanken aufgegriffen und organisierte bereits zweimal ein "festival makel los - sans tache" in Osterburken/Deutschland und Fribourg/Schweiz. Während ihrer China-Tournee 2011 knüpfte die Brenz-Band erste Kontakte zu chinesischen Einrichtungen, die nun nach zweieinhalb Jahren intensiver Vorbereitung in dieser Veranstaltung, einem Festival in Peking, mündeten. Ermöglicht hat dies die Peter-Jochimsen-Stiftung aus Eckernförde.

15 Musikgruppen mit über 250 Künstlern aus Deutschland, der Schweiz, Südkorea, Ungarn und China reisten an zum internationalen Musikfestival nach Peking. Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen zeigten der Welt, was behinderte Menschen kreativ zu leisten vermögen, wenn man sie sachkundig fördert. Neben der Brenz-Band aus Ludwigsburg waren aus Deutschland mit dabei: "The Blind Stones" (Stuttgart), "Blaumeiers Chor Don Bleu" (Bremen), "2Cool4School" (Murrhardt), "My Rock King Rico" (Wittlich), die "Dr. Mahockta Band" (Essen), "Veeh-Harfen" (Nüdlingen) und die "Groove Inclusion Big Band" (Fellbach).

Die chinesische Regierung maß diesem Anliegen so hohe Bedeutung bei, dass sie für die Eröffnung das Staatstheater Peking zur Verfügung stellte und damit ein Zeichen setzte. Der mehrstündigen Aufführung mit 1800 Besuchern erwiesen hochrangige Vertreter aus Gesellschaft und Regierung ihren Respekt. Präsident Zhang vom chinesischen Behindertenverband sprach von einem historischen Ereignis.

Mit jedem weiteren Konzert wuchs die Spielfreude und die Begeisterung von Musikanten und Publikum, heißt es in einer Mitteilung. In dieser Atmosphäre entstanden Freundschaften und gegenseitiger Respekt. Alle Teilnehmer waren überrascht von dem hohen Niveau. Besonders berührend war zu erleben, wie selbstverständlich und solidarisch alle Teilnehmer miteinander umgingen.

Bei einem spontanen Gespräch mit dem Leiter der Brenz-Band, Horst Tögel, äußerten der Parlamentspräsident, der Minister für Behindertenfragen und Chinas größter Eventmanager ihre große Hochachtung verbunden mit dem Wunsch zu weiterer konstruktiver Zusammenarbeit. Die Reise der Brenz-Band wurde von Studenten der Ludwigsburger Evangelischen Hochschule, die mit ihrem Professor Hubertus von Stackelberg das Projekt wissenschaftlich bearbeiten, begleitet.

Die Band hängte an noch einige Tage Kulturprogramm an mit Besuch des Tiananmen, der "Verbotenen Stadt" und des Nationalmuseums. Ein Spaziergang auf der Großen Mauer war ein besonderes Erlebnis.

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