Gericht Böller an Silvester ans Bein geworfen

Ludwigsburg / Heike Rommel 07.09.2018

Wegen versuchter Körperverletzung mit einem Feuerwerkskörper muss sich ein Heranwachsender aus der Ludwigsburger Innenstadt vor dem dortigen Jugendgericht verantworten. Dem Beschuldigten wird seitens der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, während des vergangenen Silvesters einen Feuerwerkskörper an das Hosenbein eines anderen Menschen platziert zu haben.

Die Anklage beschrieb den Feuerwerkskörper als einen „pyrotechnischen Gegenstand“. Worum es sich genau handelte, steht noch nicht fest. Genannt wurde von der Stuttgarter Staatsanwaltschaft lediglich ein „Silvesterknaller“.

Beschuldigter streitet die Tat ab

Der Beschuldigte führte zu den Tatvorwürfen an, er habe an Silvester an der Ecke Bolz-/Königstraße in Stuttgart Musik gehört. Plötzlich sei „etwas in die Luft gegangen“ und jemand habe ihn „von hinten angegriffen“. „Ich sah, dass es ein Polizist ist“, lauteten die weiteren Worte des Angeklagten vor dem Jugendrichter. Er sei das mit dem Feuerwerkskörper am Bein einer anderen Person aber gar nicht gewesen.

Ein Polizeibeamter war im Zeugenstand hingegen schon der Ansicht, dass der Angeklagte die versuchte Körperverletzung mit dem Feuerwerkskörper begangen hat. Dieser habe sich damit von hinten an das Hosenbein einer unbekannten Person gestellt. Daraufhin habe er, der Polizeibeamte, sich auf den Innenhof des Schlosses zubewegt, um dem Angeklagten die vorläufige Festnahme zu erklären und diesen dann in den Haltegriff genommen, damit nichts passiert.

Polizist bestätigt die Aussage

Diese Aussage bestätigte vor Gericht ein zweiter Polizeibeamter. Er gab als Zeuge an, dieser Feuerwerkskörper habe sich sogar zischen den Beinen einer anderen Person entzündet.

Jugendrichter Ulf Hiestermann prüft jetzt erst einmal, ob die Personenbeschreibung auf den Beschuldigten passt. Ebenfalls holt er sich weitere Zeugen, die die mutmaßliche Handlung bestätigen können. Ein dritter und ein vierter Polizeibeamter beispielsweise waren während dieses Strafprozesses im Urlaub und sollen nun von Amts wegen auf einen neuen Termin geladen werden.

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