Ludwigsburg Biodegma in Ludwigsburg: Marktführer bei aeroben Abfallbehandlungsanlagen

Mit-Geschäftsführer Ralf Müller vor dem Firmensitz der Biodegma GmbH in Ludwigsburg.
Mit-Geschäftsführer Ralf Müller vor dem Firmensitz der Biodegma GmbH in Ludwigsburg. © Foto: Helmut Pangerl
BETTINA NOWAKOWSKI 01.09.2014
Entwicklung, Planung und Bau von aeroben Abfallbehandlungsanlagen ist die Spezialität der Biodegma GmbH in Ludwigsburg. Das Unternehmen gehört zu den Marktführern in Europa.

Längst ist Abfall nicht einfach nur Abfall, sondern - durch entsprechende Behandlung umweltgerecht aufgearbeitet - ein wichtiger Rohstoff. In Zeiten schwindender natürlicher Ressourcen und knapper Deponieräume wird die Formel "Verwertung vor Beseitigung" zum zentralen Thema in der Abfallwirtschaft. Organische Materialien entweder als Kompost in den natürlichen Stoffkreislauf zurückzuführen oder so aufzubereiten, dass sie als Ersatzbrennstoff eingesetzt werden können - das ist das Ziel der aeroben Abfallbehandlungsanlagen, die die Biodegma GmbH entwickelt und baut. "Unsere Technik ist schon ein bisschen exotisch", meint Ralf Müller, einer der drei Geschäftsführer. Zusammen mit seinen Partnern Reiner Glock und Bernd Jörg leitet er das Unternehmen. In den 90er-Jahren wurde von ihnen ein spezielles Behandlungsverfahren zur Kompostierung entwickelt: Mit semipermeablen Membranen, die luftdurchlässig, aber gleichzeitig absolut wasserdicht sind, wird unter Zufuhr von Sauerstoff der organische Abbauprozess durch Mikroorganismen kontrolliert beschleunigt. Dabei wird die Geruchsbildung um 90 Prozent reduziert und der Austritt von Sporen und Keimen unterbunden. "Der Vorteil ist, dass es wesentlich kostengünstiger ist und bis zu 50 Prozent weniger Energie verbraucht als andere Verfahren", erklärt Müller. Kunden sind vorwiegend Kommunen und private Entsorger, vor allem im europäischen Ausland. "In Deutschland wird hauptsächlich mit vergärenden Abfallbehandlungsanlagen gearbeitet. Daher haben wir uns auf das Ausland konzentriert", so Müller.

Die aeroben Abfallbehandlungsanlagen werden mit Hilfe von deutschen Partnerfirmen individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kommunen geplant, entwickelt und vor Ort montiert. Die Anwendungsbereiche sind vielseitig: Beim Hausmüll werden die organischen Anteile stabilisiert, sodass möglichst wenig Treibhausgase oder Sickerwässer produziert werden. Bei der Kompostierung wird aus getrennt gesammelten organischen Abfällen hochwertiger Dünger hergestellt, der in der Landwirtschaft zur Verbesserung der Bodenstruktur eingesetzt wird.

Da weltweit alle bekannten Phosphatvorkommen im Abbau sind, spielt die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm eine immer größere Rolle. "In Europa fallen täglich 20 000 Tonnen Klärschlamm an", erläutert der Geschäftsführer. "Als Dünger für die Landwirtschaft ist der gereinigte Klärschlammkompost mit seinem hohen Phosphorgehalt von großer Bedeutung."

Ein besonderes Verfahren ist das sogenannte Bio-Drying: Dabei wird der Hausmüll getrocknet, daraus wiederum wird ein Ersatzbrennstoff gewonnen. Dieser kann dann wieder zur Energieerzeugung genutzt werden. Ein Aspekt, der zum Beispiel für die Zementindustrie von besonderem Interesse ist. In Schweden, Finnland und Polen ist Biodegma mit seiner Anlagentechnik Marktführer. "Wir leben von unserem guten Ruf", so Müller. "Der Kunde bekommt an Qualität, was er erwartet." Und das Unternehmen will weiter expandieren. "Wir sind sehr gut aufgestellt", meint Müller. "Wir verfügen mit unserem System über eine hohe Leistungsfähigkeit, viel Flexibilität und wir haben einen besonders engen, persönlichen Kundenkontakt."

Zahlen und Fakten

Gründungsjahr: 1992

Firmensitz: Ludwigsburg

Mitarbeiter: 5

Geschäftsführer: Ralf Müller, Reiner Glock, Bernd Jörg

Leistungsspektrum: Planung, Bau und Inbetriebnahme von aeroben Abfallbehandlungsanlagen.