Ludwigsburg Betrogene Betrügerinnen: Max Tidof als Obergauner in Stuttgart

"Auf und davon" in der Stuttgarter Komödie mit Max Tidof.
"Auf und davon" in der Stuttgarter Komödie mit Max Tidof. © Foto: Sabine Haymann
Ludwigsburg / PATRICIA FLEISCHMANN 29.01.2014
Man möchte wahrlich nicht tauschen mit den reichen Kerlen in "Auf und davon". An der Nase herumgeführt und ausgenommen werden diese nämlich in der Komödie von Peter Yeldham in der Komödie im Marquardt mit Max Tidof.

Dabei zuzusehen, wie einer nach dem andern Elizabeth und Josephine in die Fänge gerät, das ist amüsant. Ein Spiel im Spiel: Die zwei Ganovinnen geben abwechselnd Herrin und Zofe, tauschen den Nerzmantel wie die Schecks und den Akzent galant aus, besteigen stets kurz nach Bankschluss und getätigter Auszahlung den nächsten Flieger in die nächste Metropole. Zum nächsten Rendezvous. Dazu brauchen sie nur etwas Garderobe, ein paar Pralinenschachteln, genügend falsche Pässe und ein zweites Telefon.

Doch Natalie O"Haras Elizabeth - zart und blond - und die dominante Josephine von Martine Schrey sind dermaßen erfolgsverwöhnt, dass sie ihrerseits einem Betrüger auf den Leim gehen. Max Tidofs Charlie bringt Bewegung, Chaos und nicht zuletzt auch die Liebe mit ins Spiel.

Klamauk vom Feinsten geht da ab, wenn dieser Charlie als Dr. Strube im Rollstuhl hereinrollt und seinen Konterpart mit Schweizer Charme und Dreistigkeit überrumpelt. Mal eben ein Telefonat mit Dr. Ackermann, dann wieder die Schwester herumkommandiert und als nächstes den Notausgangsplan des Hotels für ein geologisches Gutachten verkauft. Macht unterm Strich: 100 Pfund Sterling, ganz ohne Quittung. Ab damit in den unterm Sitz angebrachten Nachttopf und hinein in die nächste Maschine. Nur Josephine ist ihre Rolle als Gehhilfen-Schubserin alsbald satt. Auch Axel Weidemann darf munter Rollen tauschen, neben dem britischen Parlamentarier einen japanischen Polizeibeamten spielen. Dazu Susanne Theil und Jens Woggon, die als internationales Hotelpersonal für das jeweils lokale Flair sorgen.

Wenig aufwendig das Bühnenbild: Mit ein paar Handgriffen ist das Hotelkettenzimmer schnell um ein paar tausend Kilometer versetzt. Umso mehr hatte Ausstatterin Barbara Krott mit Kostümen und Maske zu tun. Zahllose Outfits, Polster, Haarteile und Perücken. Ein Mordsspaß. Und vielleicht wahr, was Fernsehschauspieler Max Tidof seinen Charlie da auf der Bühne sagen lässt: In jedem von uns steckt auch ein Gauner.

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