Gericht Beteuerungen auf Klopapier geschrieben

Ludwigsburg / Bernd Winckler 20.07.2018

Der 47-jährige Transporterfahrer, der in Ludwigsburg unter Alkoholeinfluss einen Fußgänger überrollte und Fahrerflucht beging (die BZ berichtete), ist am Donnerstag vom Stuttgarter Landgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden: Der Schuldspruch basiert auf versuchten Mord und Unfallflucht.

Der Unfall, den der Angeklagte mit rund 2,0 Promille in der Friesenstraße in Ludwigsburg verursachte, hatte für das Opfer schwere Folgen. Der 73-Jährige wollte am 13. Dezember 2017 die Straße überqueren, als der Angeklagte mit seinem Hochtransporter zu schnell auf ihn zukam und ihn erfasste. Weil er alkoholbedingt fahruntüchtig war, so die Stuttgarter Richter, habe er nicht entsprechend reagieren können. Auch rammte der Angeklagte einen geparkten Pkw und fuhr weiter zu seiner rund 300 Meter entfernten Wohnung, wo er später von der Polizei gefunden wurde.

Opfer schwerst verletzt

Das Opfer erlitt zahlreiche Knochenbrüche. Es grenze an ein Wunder, sagte die Strafkammervorsitzende, dass er nicht querschnittsgelähmt daherkomme. Nun komme der Kampf vor dem Zivilgericht um das Schmerzensgeld und die Entschädigung der Versicherungen des Angeklagten auf ihn zu. Von der Zelle aus hatte der Sprinterfahrer einen Brief auf eine Toilettenrolle geschrieben, sich darin entschuldigt und beteuert für die Kosten aufzukommen. Der 73-Jährige bezweifelt dies jedoch.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel