Zukunftskonferenz B 27-Tunnel auch ohne Landesgartenschau

Ludwigsburg / Uwe Roth 14.07.2018

Oberbürgermeister Werner Spec hat sich in einem Pressegespräch entschlossen gezeigt, trotz der Absage einer Teilnahme an der Landesgartenschau (LGS), das B 27-Tunnelprojekt fortführen zu wollen. Mit der LGS wäre die Finanzierung einer Verlängerung der Verkehrsunterführung einfacher gewesen, so der Ludwigsburger Rathauschef. Als erfolgreiche LGS-Kandidatin hätte die Stadt wohl Landes- oder vielleicht sogar Bundesmittel erhalten, um mit dem Tunnelbau eine Grünfläche zwischen dem Barockschloss und der Innenstadt zu schaffen. Darauf kann die Stadt nun nicht mehr hoffen.

Stattdessen will Spec dem Gemeinderat im Herbst vorschlagen, im städtischen Haushalt „eine Tunnelrücklage“ einzurichten. Darüber in den kommenden Jahren einen Finanzierungsanteil „zwischen 30 und 30 Prozent“ zu bilden, „das wäre sicher hilfreich“, sagte er. Nach seinen Schätzungen könnten die Baukosten um die 100 Millionen Euro betragen. Im Vorfeld der LSG-Bewerbung hatte es geheißen, dass mit Bundesmitteln nicht zu rechnen sei, da lediglich eine Verlängerung der Unterführung auf 800 Meter auf der staugeplagten B 27 nichts an der Verkehrssituation ändere.

Lediglich optische Verbesserung

Die teilweise Verlängerung der Untertunnelung sei lediglich eine optische Verbesserung, die jedoch über Bundesmittel nicht förderfähig sei. Außerdem will Spec erreichen, dass der Gemeinderat einen ersten Planungsauftrag erteilt, um die finanziellen Möglichkeiten auszuloten. Im Gemeinderat keimt regelmäßig die Hoffnung auf, dass von der südlichen Stadteinfahrt bis zum Favoritepark die B 27 im Untergrund verschwinden könnte. Die Durchgangsstraße bot auch den Teilnehmern der Zukunftskonferenz (die BZ berichtete) viel Gesprächsstoff. Die Nachbereitung der Veranstaltung war für die Stadtverwaltung der eigentliche Anlass gewesen, die Medienvertreter ins Rathaus einzuladen. Die Begeisterung der Teilnehmer über das Tunnelprojekt sei nicht allein wegen der Landesgartenschau groß gewesen, sondern auch wegen der Aussicht, dass ein Tunnel die Lebensqualität in der Stadt insgesamt besser mache. Das habe ihn zusätzlich motiviert, am Projekt festzuhalten, sagt Spec. Zudem gehe er davon aus, dass sich die Stadt bei der nächsten Ausschreibung erneut um die Austragung einer Landesgartenschau bewerben werde. Von allen Seiten habe er die Rückmeldung erhalten, dass die Bewerbung gut gewesen sei. Die Entscheidung der Landesregierung, bestimmte Bewerbungen zu bevorzugen, wie im Fall der Stadt Ellwangen, sei politisch motiviert gewesen.

Bürgerbeteiligung ist groß

Mit dem Verlauf der inzwischen sechsten Zukunftskonferenz zeigte sich OB Spec insgesamt sehr zufrieden. An beiden Tagen seien jeweils rund 300 Bürger dabei gewesen. Außerdem haben 70 städtische Mitarbeiter die Veranstaltung betreut. Moderator war der Journalist Theo Rombach, der im Pressegespräch die Ausdauer und Konzentration der Teilnehmer lobte. „Das war keine Spaßveranstaltung, sondern harte Arbeit.“ Nach seiner Erfahrung aus einer Vielzahl von Veranstaltungen für eine Bürgerbeteiligung sei „ein solches Engagement wie in Ludwigsburg ungewöhnlich“.

Nun will die Stadt die Ergebnisse aus den Workshops und zu einem späteren Zeitpunkt dem Gemeinderat zur Beratung vorlegen.

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