Ausschuss Autonomes Fahren für saubere Luft

Ludwigsburg / Uwe Roth 28.06.2018

Drohende Fahrverbote sind in der Ludwigsburger Kommunalpolitik derzeit das beherrschende Thema. Die Stimmung schwankt zwischen Bangen und Hoffen. Am Dienstag lag in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung des Gemeinderats das Stimmungspendel im Bereich Optimismus: „Im Verkehrsministerium geht man davon aus, dass Ludwigsburg um ein Fahrverbot herumkommt“, beruhigte Oberbürgermeister Werner Spec die Gemeinderäte. Sein Mitarbeiter Heinz Handtrack hatte zuvor dem Gremium die neuesten Vermeidungsschritte vorgestellt. Geendet aber hat er mit dem Satz eines Zweiflers: Ob das Ludwigsburger Maßnahmenpaket zur Lufteinhaltung das Gericht letztlich überzeuge, sei jedoch nicht sicher. 

Von der Landesregierung kommt ein Zuschuss über eine Million Euro für ein Modellprojekt im Bereich des autonomen Fahrens. Den Oberbürgermeister hatte es geschmerzt, dass Karlsruhe und nicht Ludwigsburg für einen groß angelegten Feldversuch ausgesucht worden war. Hartnäckige Nachverhandlungen haben dazu geführt, dass die Stadt federführend beim Projekt DiaMANT mitmachen kann. Offiziell ist es nun das „Testfeld Baden-Württemberg“. Beitrag der Stadt ist die Anschaffung eines Minibusses der Firma Paravan. Er fährt elektrisch und soll nach und nach ohne Fahrzeuglenker auskommen. Einsatzgebiet des Testfahrzeugs ist die Weststadt. Die maximal acht Fahrgäste und ein Fahrer kommen mit 25 Stundenkilometer voran. Der Finanzierungsanteil der Stadt beträgt rund 450 000 Euro.

Weitere Zuschüsse

Aus dem Sofortprogramm „Saubere Luft“ der Bundesregierung erhält die Stadt einen Zuschuss über 6,1 Millionen Euro. Die Firma Siemens AG ist beauftragt worden, einen „Green City Master Plan“ zu erstellen. Das ist im Wesentlichen eine Software mit dem Namen „City Performance Tool“ (CyPT), die simuliert, wie sich die Veränderung eines Verkehrsstroms oder der Fahrzeugflotte auf die Luftbelastung auswirkt. Erste Erkenntnisse aus den Simulationen, so Handtrack, hätten ergeben, dass spätestens im Jahr 2020 an der Messstation Friedrichstraße der NOX-Grenzwert erreicht werden könnte und ein Fahrverbot endgültig vom Tisch wäre. Die Projektkosten von rund 330 000 Euro trägt komplett das Bundesverkehrsministerium.

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