Ludwigsburg Ausstellung zu Essstörungen: Auf den Klang des Körpers hören

"Klang meines Körpers" heißt die Ausstellung im Ludwigsburger Kreishaus zu Essstörungen.
"Klang meines Körpers" heißt die Ausstellung im Ludwigsburger Kreishaus zu Essstörungen. © Foto: Helmut Pangerl
Ludwigsburg / GABRIELE SZCZEGULSKI 24.02.2015
Die Ausstellung "Klang meines Körpers" ist im Foyer des Ludwigsburger Kreishauses eröffnet worden. Sie will über Essstörungen bei Jugendlichen aufklären und Hilfe anbieten.

Magersucht (Anorexia nervosa), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) und Esssucht (Binge-Eating-Disorder) - das sind die Plagen der heutigen Zeit, vor allem für junge Mädchen und Frauen. Weil Essstörungen stetig zunehmen, werden Präventionsangebote immer wichtiger, so auch im Landkreis Ludwigsburg, wo es seit 15 Jahren den Arbeitskreis Esssröungen gibt und die Suchtbeauftrage des Kreises, Brigitte Bartenstein, sowie ein Therapienetz und der Verein "Frauen für Frauen" Angebote für Betroffene und ihre Angehörigen anbieten. Das Problem wird nun im Kreishaus in einer Ausstellung dargestellt und visualisiert. Die Präsentation wirke, so Bartenstein, vor allem wegen des interaktiven Ansatzes, der zum Mitmachen auffordere.

Die Wanderausstellung "Klang meines Körper", die bis 6. März zu sehen ist, möchte aufklären und sensibilisieren. Der Titel weist darauf hin, dass junge Frauen, so Bartenstein, ein sensibilisiertes Körperbewusstsein schulen und dadurch ihr Selbstwertgefühl stärken können. Denn die psychosomatische Erkrankung ziehe schwerste körperliche Krankheiten nach sich und könne im Ernstfall zum Tode führen.

Das Problem bei der Krankheit, egal ob Esssucht, Magersucht oder Ess-Brech-Sucht ist, dass die Betroffenen sich oft selbst nicht über die Krankheit im Klaren sind oder sie so verstecken, dass Angehörige nichts davon mitkriegen - unter Umständen erst, wenn es schon zu spät ist.

Bereits heute beträgt der Anteil essgestörter Frauen an der Gesamtbevölkerung zwischen fünf und zehn Prozent, mit steigender Tendenz, erklärt Bartenstein. Durch frühzeitige Informationen könnten Essstörungen, so Bartenstein, unter Umständen vermieden und durch gezielte Hilfsangebote schneller überwunden werden. Die Ausstellung vereint kreative Elemente wie Bilder, Texte und Musik mit Daten und Fakten über Essstörungen. Veranstalter in Ludwigsburg ist der Arbeitskreis Essstörungen.

Info
Die Ausstellung ist im Ludwigsburger Kreishaus, Hindenburgstraße 40, zu sehen. Lehrer sowie Interessierte können sich an die Suchtbeauftragte, Brigitte Bartenstein, Telefon (07141) 1 44 27 84 oder per E-Mail an Brigitte.Bartenstein@landkreis-ludwigsburg.de wenden.

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