Konzert Auf voller Betriebstemperatur

Die Manfred Mann’s Earthband mit Sänger Robert Hart begeisterte die Gäste im ausverkauften Ludwigsburger Scala. Lauthals sangen die Zuschauer mit und zeigten sich textsicher.
Die Manfred Mann’s Earthband mit Sänger Robert Hart begeisterte die Gäste im ausverkauften Ludwigsburger Scala. Lauthals sangen die Zuschauer mit und zeigten sich textsicher. © Foto: Helmut Pangerl
Ludwigsburg / Jörg Palitzsch 03.11.2018

Manfred Mann ist eine sichere Sache – für das Publikum, den Veranstalter und die Musiker. So war das Konzert an Allerheiligen im Ludwigsburger Scala mit 800 Besuchern ausverkauft. Mit dem Ticket holte man sich das Versprechen, einen Abend lang bekannte Hits geliefert zu bekommen, die längst zum Inventar der Rockmusik gehören. Die Band hatte die Gewissheit, Fans vor der Bühne zu haben, die das Repertoire lauthals mitsingen.

Einige Coversongs dabei

Dabei stammen die größten Hits von Manfred Mann nicht von ihm selbst. „Mighty Quinn“, das im Scala ganz am Ende zum großen Abräumer wurde, hat Bob Dylan 1967 geschrieben. Mann machte ein Jahr später daraus einen Millionenhit. „Blinded By The Light“ komponierte Bruce Springsteen, Mann schoss den Song in den USA auf Platz 1 der Billboard Hot 100. Seine Gruppe deshalb als Coverband zu bezeichnen, wäre ein Sakrileg. Manfred Mann verpasst mit Orgel, Synthesizer und „Keytar“, ein Instrument, das Keyboard und Gitarre vereint, den Covers eine eigene Note, die er zu seinem Markenzeichen gemacht hat.

Im Scala wurde diese Mischung aus progressiven Kompositionen und unterhaltsamer Popmusik in bester Spiellaune präsentiert. „Spirits In The Night“ zeigte, dass Sänger Robert Hart, der von 1994 bis 1998 Mitglied bei Bad Company war, fest in der Rockmusik verwurzelt ist. Bei „You Angel You“ griff er zur Akustikgitarre und Gitarrist Mick Rogers verriet, dass der Frontmann Geburtstag habe – was ein inniges „Happy Birthday“-Ständchen des Publikums nach sich zog. Nach „Martha‘s Madmen“ und „Don‘t Kill It Carol“, Konzert-Klassiker für die Steve Knich am Bass und John Lingwood an den Drums die Basis legten, erreichte die Earth Band volle Betriebstemperatur. „Father Of Day, Father Of Night“, auch ein Dylan-Song, wurde zu einer musikalischen Offenbarung. Mick Rogers bekreuzigte sich, anschließend spielte die Band alle Möglichkeiten aus, die dieser mystisch angehauchte Welt-Hit bot.

Die zweite Konzerthälfte

Wo die Earth Band zuhause ist, zeigte sich in der zweiten Konzerthälfte. „For You“, „Blinded By The Light“ und „Davy‘s On The Road Again“ brachten das Publikum auf Hochtouren. All dies mündete in einer Langfassung von „Mighty Quinn“. Der 78-jährige Manfred Mann, obligatorisch mit Hut, thronte die meiste Zeit hinter seinen Tasteninstrumenten. Aber immer wenn er am Bühnenrand mit seinem „Keytar“ stand, lieferte er eindrucksvolle Soli. Am Ende nahm er sich auch noch die Zeit, die ihm entgegengestreckten LPs der begeisterten Fans zu signieren.

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