Führungskräfte Auf der Jagd nach den Talenten

Karrieretag beim Filtrationsspezialisten  „Mann + Hummel“: In Ludwigsburg begegneten die wichtigsten Familienunternehmen mehr als 600 ausgewählten Bewerbern.
Karrieretag beim Filtrationsspezialisten „Mann + Hummel“: In Ludwigsburg begegneten die wichtigsten Familienunternehmen mehr als 600 ausgewählten Bewerbern. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / Günther Jungnickl 30.06.2018

Es war so etwas wie ein „Who‘s Who“ der deutschen Wirtschaft, da sie von  sogenannten Mittelständlern zu 90 Prozent geprägt wird: Schrauben-Würth aus Künzelsau war dabei und Kärcher aus Winnenden, die Coburger Brose Fahrzeugteile GmbH und der Europa-Park aus Rust, die „dm“-Drogeriemärkte und Kaufland, die Trumpf GmbH aus Ditzingen und Festo aus Esslingen.

Sie alle eint ein Thema: Sie sind innovative Familienunternehmen und ständig auf der Jagd nach geeignetem Fach- und Führungspersonal. In erster Linie angesichts des „digitalen Zeitalters“ suchen auch Familienunternehmen natürlich Software-Entwickler, Big-Data-Spezialisten und Wirtschaftsinformatiker – sowie natürlich nach wie vor auch Ingenieuren jeglicher Couleur.

An diesem Freitag war erstmals das Ludwigsburger Filterwerk „Mann + Hummel“ und somit dessen Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Fischer Gastgeber für jene Unternehmen, die seit dem Jahr 2006 diesen „Karrieretag Familienunternehmen“ kreieren, der inzwischen jeweils im Juni und im November stattfindet. Die Idee stammt vom  „Enterpreneurs Club“-Chef Stefan Klemm, der nach Ludwigsburg insgesamt 650 ausgewählte Bewerber (von insgesamt 2500, die sich bei ihm gemeldet hatten) aus zehn Ländern eingeladen hatte. Und die  hatten sich beim Veranstalter bereits für insgesamt rund 900 Bewerbungsgespräche vormerken lassen.

Eine Untersuchung der Technischen Universität in München hat ergeben, dass die zunehmende Digitalisierung der Unternehmen zwar auch die Kommunikationskultur am Arbeitsplatz verändert, doch geben selbst jüngere Mitarbeiter, die mit dem Computer aufgewachsen sind, nach wie vor  dem persönlichen Kontakt den Vorzug. So berichtete es Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der „Stiftung Familienunternehmen“, der im Rahmen einer Pressekonferenz im Technologiezentrum das Ergebnis dieser Umfrage vorstellte.

Lieber persönliches Gespräch

Demnach teilen 92 Prozent der Befragten wichtige Dinge am liebsten persönlich mit. Und fast jeder Dritte zieht das persönliche Gespräch E-Mails oder Kurznachrichten vor. „Dies wird auch auf dem Karrieretag so gelebt. Viele Eigentümer sind heute persönlich hier und nehmen sich Zeit für das Gespräch mit den Führungskräften von morgen“, stellte Heidbreder fest.

 Dies bestätige auch Gründer-Enkel Thomas Fischer: „Der persönliche Austausch ist gerade auch bei der Filtrationsentwicklung einer der wichtigsten Faktoren.“ Insofern vereine das neue Technologiezentrum an der Schwieberdinger Straße auch alle Entwicklungseinheiten bei „Mann + Hummel“. Mit Erholungszentren und Brainstormingräumen würden wichtige Gespräche teamübergreifend möglich, ohne dabei die konzentrierte Arbeit von Kollegen zur stören. Nur, dass am Freitag diese Räume allein für die  persönlichen Bewerbungsgespräche reserviert waren.

 Im kommenden Jahr wird Gastgeber für dieses  „Recruiting“ der Familienunternehmen dann erstmals die Firma Trumpf in Ditzingen sein.

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