Rund 55 Aussteller aus vielen Teilen Europas stellten drei Tage lang eine Auswahl ihrer Antiquitäten bei der Antiquaria in Ludwigsburg aus. Als Veranstaltungsort diente das historische Backsteingebäude der Musikhalle. Am letzten Tag des Events ziehen die Standbetreiber ihre Bilanz.

Veranstaltet von der Stuttgarter Antiquarin Petra Bewer, zeigten die Aussteller nicht nur im Festsaal sondern auch auf der Empore, auf der Bühne und im Foyer ausgewählte Fundstücke und wertvolle Relikte. Überwiegend stellten die Teilnehmer Bücher, Schriftsammlungen und Zeitschriften aus. Hier und da zeigten sich weitere Fundstücke, wie Bilder und Zeichnungen aus der Botanik, Medizin und Landeskunde.

„Inspirierende Atmosphäre“

Klaus Schönebaum reiste für Antiquaria extra aus Würzburg an. Seit zehn Jahren nimmt er an der Messe in Ludwigsburg teil. „Ich bin recht zufrieden mit den drei Tagen der Messe“, erzählt der Antiquar. „Toll ist hier einfach diese inspirierende Atmosphäre mit so vielen verschiedenen Schätzen.“ Selbst bietet Schönebaum gerne eine bunte Vielfalt an seinem Stand. „Ich mische großes und kleines Wertvolles.“

Eines seiner Lieblingsstücke an seinem Stand war das große Insektenwerk von August Johann Rösel von Rosenhof aus dem 18. Jahrhundert. „Dieses Werk war damals absolut bahnbrechend“, weiß Schönebaum. Beeindruckend seien vor allem die darin enthaltenen Miniaturbilder von mehr als 1000 Insekten: Die Kupferstiche wurden später von Hand koloriert. Gerne sammle der Würzburger zudem alte Landkarten von 1700. „Auch Reiseliteratur finde ich sehr spannend. Gerade die aus dem 18. Jahrhundert ist heute nur noch schwer zu kriegen.“ An Schönebaums Stand fanden sich sogar Zeichnungen aus dem fernen Orient.

Eine weite Anreise aus Frankreich hatten die Antiquare Alexandre Steger und Estelle Hassenforder aus Colmar. Sie hatten vor allem Bilder aus dem 18. und 19. Jahrhundert dabei: Zeichnungen von Menschen, Malereien für Kinder, Landkarten und mehr, häufig gesäumt von alten, verzierten Holzrahmen. „Wenn mir ein Bild gefällt, dann kaufe ich es“, erzählt Hassenforder. „Denn wenn ich es nicht weiterverkaufen kann, behalte ich es auch sehr gerne.“ Den Reiz, Antiquarin zu sein, beschreibt sie so: „Es ist dieser Genuss ein schönes Bild zu entdeckten, es zu verkaufen und die Schönheit der Kunst mit jemandem zu teilen.“ Seit 20 Jahren mache sie dies nun, und seit zehn Jahren nehme sie an der Ludwigsburger Messe teil. „Der Ort hier hat eine tolle Atmosphäre und Wärme“, schwärmt die Französin. „Für mich ist es wie Ferien zu haben, wenn ich hier her komme. Man kennt sich auch untereinander.“ Einige der in Ludwigsburg teilnehmenden Antiquare reisten nämlich auch zur jährlichen Messe in Colmar an.

Ein Stand, der auf der Antiquaria-Messe besonders herausstach, war der von René Lehmann. Der Berliner musste sich erst ein wenig gegen die anderen Messestände durchsetzen. „Es wird aber gut angenommen, was ich verkaufe, da es nicht nur Bücher sind“, erklärt der Antiquar. Am Stand des Berliners fanden sich nämlich zahlreiche Gegenstände, die früher in alten Bibliotheken standen: kleine Globusse, Modelle von Schädeln und Gehirnen, kleine Kronen, Bilder, Buddhas, Büsten bekannter Philosophen, alte Spielkarten und noch vieles mehr. „Auch wenn ich nur wenige Bücher an meinem Stand habe, dreht sich bei mir alles um die Welt der Bücher“, erklärt er. Begeistert sei er von der Antiquaria schon seit fünf Jahren. „Es spricht schon für eine Messe, wenn viele Händler mit so viel Gepäck von so weit anreisen.“ Besonders sei für ihn auch, dass nicht nur die Antiquare, sondern auch viele der Messebesucher, international seien. „Ich hatte in den drei Tagen hier auch Kunden aus Frankreich, Italien und mehr“, so Lehmann. In Kombination mit der schönen Location funktioniere die Messe hier, seiner Meinung nach, hervorragend.